Sande - Zu dem geplanten Photovoltaik-Kraftwerk im Bereich des Windparks Sande gibt es keine gravierenden Einwände. Das ist das Ergebnis aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und der Träger öffentlicher Belange.
Nur eine Gegenstimme
Im Bau- und Planungsausschuss des Gemeinderates stellten die Planer von Thalen Consult (Neuenburg) das Vorhaben nebst Ergebnis des Beteiligungsverfahren vor. Der Ausschuss äußerte Zustimmung. Lediglich Reemt Borchers (CDU) stimmte dagegen, weil gegebenenfalls weitere wertvolle landwirtschaftliche Flächen in den Photovoltaik-Park einbezogen werden könnten.
Das Planungsverfahren umfasst die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung zweier Bebauungspläne. Anfang 2023 könnte das Verfahren vom Gemeinderat abgeschlossen werden. Anschließend soll der Bau des „Hybriden Energieparks“ beginnen. Maximilian Graf von Wedel als Investor plant die Inbetriebnahme für Ende 2023.
Fragezeichen bei Zeitplan
Den Zeitplan muss man aber wohl mit einem Fragezeichen versehen. Denn: Die Störungen der Lieferketten und die Verteuerung von Materialien erschwere die Umsetzung, sagt Enno Herlyn, Generalbevollmächtigter der Schloss-Gödens-Unternehmensgruppe.
Geplant ist eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf 90 Hektar im Bereich des Windparks und auf angrenzenden Flächen mit einer Leistung von 100 Megawatt. In Kombination mit dem Windpark (23 Megawatt) – deshalb „Hybrider Energiepark“ – soll in großem Maßstab regenerative Energie erzeugt werden. Perspektivisch ist auch eine Elektrolyseanlage zur Umwandlung des Stroms in Wasserstoff geplant. Das Projekt habe innovativen Charakter.
Freiflächen-Photovoltaik darf auf landwirtschaftlichen Vorrangflächen eigentlich nicht errichtet werden. Aber: Das Windpark-Areal ist als Sonderfläche Windenergie ausgewiesen und durch die Nähe zur A 29 und aufgrund vorhandener Strom-, Öl- und Gas-Leitungen in erheblichem Maße „vorbelastet“.
Neue Leitungen geplant
Geplant sind außerdem eine weitere 380-kV-Leitung als Ersatz für die 220er sowie die LNG-Pipeline von Wilhelmshaven nach Etzel. Unter Umständen verläuft auch das geplante 525-kV-Erdkabel des Netzbetreibers Amprion im Bereich des Windparks. Diese Leitungen müssen bei den Planungen berücksichtigt werden.
