SANDE - Feucht muss es sein, am besten eine Luftfeuchtigkeit von deutlich über 80 Prozent. Dazu schön kühl aber frostfrei und am besten richtig ruhig. Nur dann fühlen Fledermäuse sich im Winter wohl. Und die kleinen Tiere beziehen auch nur Behausungen, in denen sie solche Bedingungen vorfinden. Bernd Pannbacker, Fledermausbetreuer für den Landkreis Friesland und die Stadt Wilhelmshaven, sorgt dafür, dass diese Tiere genügend Unterschlupfmöglichkeiten finden.

Gerade hat er mit einigen Mitstreitern vom BUND einige alte Bunker in Sande und Varel so hergerichtet, dass sich Fledermäuse richtig wohl fühlen (die NWZ berichtete). Gemeinsam mit Armin Tuinmann von der „Naturschutzstiftung Region Friesland, Wittmund und Wilhelmshaven“ stellte er die alten Gemäuer vor.

Das Überleben in freier Natur werde immer schwieriger, erklärte Pannbacker. Fledermäuse nähmen im natürlichen Kreislauf eine wichtige Position ein, die moderne Landwirtschaft und die damit verbundene Anwendung von Pestiziden bedrohten allerdings die Lebensgrundlage der Tiere. Es werde aber auch ihr Lebensraum immer enger, Gebäude würden immer besser abgedichtet und isoliert, Bergwerkstollen oder alte Bunker zugemauert, so dass die Tiere nur noch wenig Unterschlupf fänden. „Fledermäuse sind vom Aussterben bedroht, fast alle stehen auf der Roten Liste“, so Pannbacker.

Dem wirken die Mitstreiter um Bernd Pannbacker entgegen, indem sie alte Bunker aufräumen und anschließend mit rauen Hohlblocksteinen oder Dachziegeln ausrüsten, denn die Putzwände sind für Fledermäuse zu glatt. Mit den neu hergerichteten sind jetzt insgesamt 17 solcher Überwinterungshilfen entstanden.