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Ortsbild Politik will die zulässige Höhe von Neubauten in Sande verringern

Sande - Historische Häuser und mehrgeschossige Wohnblocks, schlichte Siedlerhäuschen und schnöde Zweckbauten – wer durch Sande fährt, entdeckt beidseits der Hauptstraße ein Sammelsurium an Stil und Geschmack. In jüngster Zeit ist viel Bewegung in das Ortsbild gekommen, weil alte Gebäude abgerissen wurden und an ihrer Stelle mehrgeschossige Neubauten entstanden sind bzw. noch entstehen. Nicht jedem gefällt das.

Ein Anwohner kritisiertdie Neubauten

Bereits im Januar hatte sich ein Bürger deswegen an die Gemeinde und an die Politik gewandt: „Die passen nicht in den Ort“, so seine Kritik an den Neubauten. Und: Die rückwärtigen Nachbarn stünden plötzlich „vor einer Wand“.

Daraufhin erläuterte Nadine Stamer von der Gemeindeverwaltung im Bauausschuss die Bebauungspläne 8 und 7 für die Hauptstraße bzw. Haupt- und Dollstraße. Beide stammen aus den 1970er Jahren. Die zulässige Größe von Neubauten ergibt sich aus der Grundflächenzahl, die Höhe aus der Zahl zulässiger Geschosse, nämlich zwei oder drei. Wobei: Staffelgeschosse kommen „oben drauf“, weil sie nicht als Vollgeschosse zählen.

Auch die Fraktionen und Gruppen im Gemeinderat haben inzwischen „Anpassungsbedarf“ ausgemacht. Sowohl BfS/CDU als auch Grüne/FDP/Linke und SPD sprechen sich für die Festlegung einer maximal zulässigen Firsthöhe aus, die einem dreigeschossigen Gebäude mit Flachdach bzw. einem zweigeschossigen Bau mit Staffelgeschoss entspricht. Nördlich der Hauptstraße sollte die Geschosszahl eventuell auf zwei begrenzt werden, um das Straßenbild zu erhalten, meint die SPD.

Zudem, so BfS/CDU und SPD, sollen die Bauteppiche im Hinblick auf den Abstand von Neubauten zu rückwärtigen Grundstücken geprüft werden, „um die nötige Privatsphäre von Anliegern“ zu gewährleisten“ (BfS/CDU).

Photovoltaikanlagenvorschreiben?

Vorgeschlagen werden außerdem Vorgaben zur Installation von Photovoltaikanlagen und zur Neuanpflanzung von Bäumen (BfS/CDU und Grüne/FDP/Linke). BfS/CDU plädiert zudem für die Festlegung des energiesparenden KfW55-Standards für Neubauten.

„Auf die Schnelle“ lassen sich diese Vorschläge allerdings nicht umsetzen. Die Verwaltung soll zunächst in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro prüfen, ob und wie sich die Vorschläge umsetzen ließen.

So lautet jedenfalls der Beschlussvorschlag der Verwaltung für die nächste Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses des Gemeinderates am Mittwoch, 9. März. Dort wird das Thema Ortsbild diskutiert.

Jörg Grabhorn
Jörg Grabhorn Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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