SANDE - Der Wintereinbruch mit Schnee und Straßenglätte hat auch den Sander Rat vorübergehend dezimiert: SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Schindler war gestürzt und verbrachte den Nachmittag im Krankenhaus statt im Ratssaal.

Dort musste an seiner Stelle Renate Herde die Haushaltsrede für die SPD halten. Und sie stimmte ein in den Optimismus, den zuvor Bürgermeister Josef Wesselmann verbreitete. Er blickt optimistisch in die Zukunft und verspürt „wieder mehr Luft“. Sande müsse 2011 keine Finanzausgleichszahlungen ans Land abführen, erhalte stattdessen sogar rund eine Mio. Euro an Zuweisungen. Zudem sei die Nachfrage an Gewerbeflächen in Sande gestiegen. Die Anfang des Jahres angehobenen Grund- und Gewerbesteuern sollten daher auf längere Sicht Bestand haben, so Wesselmann. Er rechnet auch mit Effekten durch den Bau des Tiefwasserhafens.

Das sieht auch Renate Herde so: „Wir können in unserer Gemeinde noch politisch gestalten.“ Sie verteidigte auch die geplante Neuverschuldung, weil damit wichtige Investitionen wie etwa für Schulen und Kindergärten, für Straßen, Wege und Brücken oder auch für den Bauhof, den Sander See und die Bahnüberführung Deichstraße angeschoben würden.

Die CDU stimmte zwar auch für den Etat 2011, zuvor nahm Fraktions-Vorsitzender Folkert Feeken die Schuldenpolitik der SPD-Mehrheit ins Visier: „Eine seriöse Finanzpolitik sieht anders aus“, sagte Feeken und sprach von einem „besorgniserregenden Schuldenstand“, der sich innerhalb von fünf Jahren auf jetzt sechs Mio. Euro verdoppelt ha­be. Er kritisierte die „Schönrechnerei“ der SPD, kritisierte die geplante „Schwarzhunde-Kontrolle“ und die Reihenfolge der Dorferneuerung in Neufeld II und forderte mehr interkommunale Zusammenarbeit.

Einzig Carsten Meyer (FDP) votierte gegen den Haushaltsplan. Die FDP/Grüne-Gruppe wollte die Effizienz der Verwaltung einer externen Prüfung unterziehen – das wurde mit Hinweis auf die Kosten jedoch abgelehnt.