SANDE - „Wir kommen raus aus den vier Wänden und leben förmlich auf“, sagt Siegfried Dieskau. Der Rentner aus Mariensiel ist einer von vielen älteren Bürgern der Gemeinde Sande, die regelmäßig die Angebote der Sander Seniorenbetreuerin Gisela Becker wahrnehmen und dankbar sind für das „Mehr an Lebensqualität“, das die Gemeinde Sande mit ihrer Seniorenarbeit bietet.
Im Sander Ausschuss für Kinder, Jugend, Senioren und Soziales nutzen neben Dieskau noch einige weitere Sander Senioren die Gelegenheit, um zu berichten, „dass man auch im Alter noch vieles erleben kann und nicht zu Hause hinter dem Ofen versauern muss.“ Das sei zum großen Teil Gisela Becker zu verdanken.
Seit 30 Jahren gibt es mittlerweile die gemeindliche Seniorenarbeit in Sande. Ein runder Geburtstag, der im nächsten Frühjahr mit einem kleinen Fest gebührend gefeiert werden soll. Und bei dem dann hoffentlich auch Unterstützung für Gisela Becker präsentiert werden kann: Denn alle Last der Sander Seniorenarbeit lastet auf Gisela Beckers Schultern, die sich seit fast 15 Jahren mit einer Halbtagsstelle um die Seniorenarbeit in Sande kümmert und – wie sie selbst sagt – „eben auch nicht jünger wird“. Die Senioren fordern nun Unterstützung für ihre Seniorenbetreuerin und haben im Ausschuss darum gebeten, dass die Gemeinde dafür eine weitere Stelle einrichtet.
„Wir können ihr nicht länger zumuten, das alles allein zu machen“, so Dieskau. „Frau Becker braucht Hilfe, es fällt zu viel an.“ Sande brauche eine zweite feste Kraft für die Seniorenarbeit.
Knapp 2700 Bürger der Gemeinde Sande und damit knapp 28 Prozent aller Einwohner sind 60 Jahre und älter. Jährlich nutzen weit mehr als 5000 Sander Senioren zwischen 60 und 95 Jahren die vielen Angebote – heißt also, dass statistisch gesehen alle Sander Senioren mindestens an zwei Veranstaltungen teilnehmen.
Die Angebote reichen von einfachen Tee- und Kaffeerunden über Gesprächs- und Bastelkreise, Aktivnachmittage, Beratungsstunden und Hilfen bei Behördengängen bis hin zu kleinen Ausflügen und längeren Reisen. Zusätzlich werden Fahrdienste organisiert und darauf geachtet, dass auch Personen mit Bewegungshilfen die Angebote nutzen können. Nun plant Gisela Becker zudem einen gemeinsamen Mittagstisch für Senioren, zunächst einmal wöchentlich.
Vor ihrer unermüdliche Arbeit für die Senioren in der Gemeinde Sande zogen auch die Ausschussmitglieder den Hut. Doch eine zweite Halbtagsstelle für die Seniorenarbeit in Sande ist im Moment noch nicht in Sicht. Stattdessen soll nun ein Seniorenkalender Orte, Termine und Ansprechpartner für die Seniorenaktivitäten in Sande bündeln.
