Sande - Der Schulausschuss der Gemeinde Sande hat am Donnerstagabend einstimmig für die Anschaffung von insgesamt 15 sogenannten Activeboards inklusive PC und Dokumentenkamera für die drei Grundschulen (Sande, Neustadtgödens und Cäciliengroden) gestimmt. Kostenpunkt circa 105.000 Euro. Finanziert werden soll die Anschaffung über Mittel aus dem Digitalpakt Schule von Bund und Land. Insgesamt kann die Gemeinde bis 2024 auf rund 141.000 Euro zurückgreifen. Die Restmittel sollen unter anderem für den Ausbau des Wlans (GS Cäciliengroden) oder der Netzwerkverkabelung (GS Sande) genutzt werden.

Ob solche Boards allerdings jetzt, in Zeiten von Corona, überhaupt sinnvoll sei, hinterfragte zumindest Elternvertreterin Susanne Wurm. „Mit diesen Boards erreichen wir bei einem möglichen erneuten Lockdown nicht die Kinder, die dann zuhause unterrichtet werden müssen.“ Sie verwies darauf, dass die Anschaffung von Laptops für die Schüler wesentlich sinnvoller sei. „Das Homelearning während des ersten Lockdowns hat uns gezeigt, dass wir die Kinder verlieren, die nicht die gleichen technischen Voraussetzungen haben“, warnte Wurm. Man müsse sich vor diesem Hintergrund auf das digitale Klassenzimmer vorbereiten.

Nadine Stamer vom Fachbereich I (Zentrale Dienste und Finanzen) verwies allerdings darauf, dass dies nicht so einfach möglich sei. „Die Mittel aus dem Digitalpakt haben zum Ziel, die Schulen digital auszurüsten und nicht die Schüler mit Laptops zu versorgen.“ Erst wenn alle Schulen komplett ausgestattet sind und noch Mittel übrig sind, könnte man die Gelder anderweitig verwenden. Der Vorschlag der Elternvertreterin, ob man nicht auf ein Activeboard zugunsten von Laptops verzichten könnte, fand allerdings kein Gehör. Susanne Tapken, Schulleiterin der Grundschule Sande, wo bereits Activeboards im Einsatz sind, erläuterte zudem: „Die Boards helfen uns dabei, die Kinder auf den Umgang mit digitalen Medien und zukünftigen Laptops vorzubereiten.“

Zudem wurden bereits 20 Laptops für die drei Grundschulen angeschafft. Die Gelder stammen aus einem Sofortausstattungsprogramm des Landes angesichts der Corona-Pandemie. Außerdem soll in den kommenden Haushaltsberatungen darüber gesprochen werden, zusätzliche Gelder für die Anschaffung von Laptops bereitzustellen.

Sebastian Urbanczyk
Sebastian Urbanczyk Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt