Sande - Er hat eine blühende Fantasie – und eine blutrünstige dazu. Dabei macht er eigentlich einen gut gelaunten und verträglichen Eindruck. Woher er die überbordenden Ideen für Schreckliches und Furchterregendes nimmt, ist ihm selbst nicht ganz klar.
Schreiben ist seine Leidenschaft
„Aber so war ich immer, schon in der Grundschule: Ideen habe ich reichlich, aber alles findet nur in geschriebener Form statt. Es braucht wirklich niemand Angst vor mir haben“, versichert der 42-jährige Autor aus Sande. Einen Einblick in seine spannungsgeladenen Krimis und Romane gibt Thorsten Siemens am Sonntag, 4. September, beim Musikalischen Lesesommer auf Gut Altmarienhausen. Einlass ist um 17 Uhr, zur Einstimmung gibt’s Musik, die Lesung beginnt um 18 Uhr.
Das Schreiben ist einfach seine Leidenschaft, ein Hobby. Zuerst nur für sich. Doch irgendwann brachte jemand Thorsten Siemens auf die Idee, seine Skripte auf eigene Faust zu veröffentlichen. Das war 2014. Damals begann er mit Thrillern, Furchteinflößendem aus Sande, Wilhelmshaven und umzu. Nicht einfach für ihn: „Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was die Leute von mir denken könnten, wenn ich solche Ideen im Kopf habe. Dabei kann ich nicht mal einer Fliege was zuleide tun“, sagt Siemens. Doch irgendwann fasste er den Mut zur ersten Veröffentlichung.
Verlag wird auf ihn aufmerksam
Vier Jahre später wurde der „Klarant Verlag“ auf den Sander aufmerksam, seitdem schreibt er in dessen Auftrag Ostfriesland-Krimis, bis zum Ende dieses Jahres soll der 16. Fall abgeschlossen sein. Siemens’ Krimis und Thriller wird man im örtlichen Buchhandel indes vergebens suchen, er veröffentlicht ausschließlich über das Internet. „Das ist eine Form, bei der ich den Preisvorteil auch direkt an meine Leser weitergeben kann“, erklärt er. Leben kann der 42-jährige Vater von zwei Kindern vom Schreiben nicht. Muss und will er aber auch nicht. Seinen Beruf als Bankkaufmann würde er so schnell nicht aufgeben: „Ich mag jedes auf seine Weise, und die Kombination aus beidem ist für mich perfekt“, sagt Thorsten Siemens.
Ehefrau Cathrin ist übrigens immer die Erste, die einen neuen Band lesen darf. „Sie ist absolut ehrlich mit mir, auf ihr Urteil kann ich mich voll verlassen“, sagt der Autor. Seine Kinder (acht und elf Jahre) dürfen seine Bücher allerdings noch nicht lesen.
Ehefrau ist seine ehrliche Kritikerin
Seine Ideensammlung entstammt dem Alltag, verrät er. Egal wo er ist, was er gerade erlebt, es gibt immer Anregungen. „Ich habe eben eine blühende Fantasie – und vielleicht ist das Schreiben auch ein bisschen Therapie mit der ich negative Gedanken aufarbeite. Denn oft tauchen Gedanken auf, was im Alltag alles gründlich schieflaufen könnte. Das verarbeite ich dann in meinen Krimis“, erzählt der gebürtige Emder. Das Geheimnis der Ostfriesland-Krimis: Hier trifft vordergründige Idylle auf die Abgründe der menschlichen Seele. Eine Mischung, die besonders wirkt. Karten für die Lesung gibt’s im Sander Rathaus, in der Bibliothek, im Landrichterhaus in Neustadtgödens und an der Abendkasse.
