Sande - Das Arbeiten mit Abstand ist inzwischen schon ganz normal. Als die Schule Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni wieder losging und die Kinder nach fast drei Monaten Homeschooling endlich wieder einige Freunde in den Klassen sehen durften, war die Freude groß. „An das Abstandhalten und den Frontalunterricht, der nun wieder an der Tagesordnung ist, haben sich alle ziemlich schnell gewöhnt“, sagt Susanne von Sende, Schulleiterin der Grundschule in Sande. Wie es aber nach den Ferien weitergeht, ist für sie noch mit etlichen Fragezeichen versehen.
Die praktische Kiste
Derzeit ist der Unterricht so geregelt, dass jeweils nur eine halbe Klasse anwesend ist, die andere Hälfte lernt zu Hause. In der Klasse sitzen alle auf Abstand, jeder hat eine Kiste neben seinem Tisch stehen, in dem alle persönlichen Dinge aufbewahrt werden. „Das hat sich als praktisch erwiesen, das werden wir beibehalten“, so von Sende.
Kein Pausengong
Den Pausengong gibt es in der Grundschule Sande nicht mehr, Arbeitseinheiten werden flexibel gestaltet, ebenso die Pausen. Die rund 150 Kinder aus den Jahrgängen 1 bis 4 in acht Klassen dürfen nämlich nicht gemeinsam Pause machen. Jeweils vier Gruppen dürfen gemeinsam zur Pause raus, jede davon allerdings auf einem eigens dafür abgeteilten Areal auf dem Pausenhof.
„Fußball und andere Kontaktsportarten sind natürlich nicht drin. Dafür haben die Kinder jetzt ganz andere Spiele wieder entdeckt. Zum Beispiel Möglichkeiten zum Hüpfen, die bisher längst in Vergessenheit geraten waren“, erzählt von Senden. Auch die Lehrer gehen mit auf den Pausenhof.
Gemeinsamer Abschied
Bevor es Ferien gibt, dürfen die Schüler der 4. Klassen jeweils noch an einem Tag als gesamte Klasse zur Schule kommen – ein Aufenthalt in der Aula macht’s möglich. Eine kleine Abschiedsfeier ist geplant. Ausflüge oder Klassenfahrten sind in diesem Jahr gestrichen. Im neuen Schuljahr plant der Kulturminister einen normalen Schulstart in Klassengröße und ohne Abstand. „Wir warten noch mal ab, wie sich die Infektionszahlen in den nächsten Wochen entwickeln und wie dann kurz vor Schulstart die Anweisungen sind“, sagt von Senden.
Die Einschulung ist jedenfalls nach bisherigen Corona-Richtlinien geplant – die Veranstaltungen der früheren Jahre, bei denen oft bis zu 500 Menschen zusammen kamen, sind wohl nicht machbar. Geplant ist eine Feier am 29. August in zwei Teilen: 36 Kinder werden in zwei Klassen eingeschult.
Gestaffelte Feier
Die erste Gruppe feiert um 8.45 Uhr einen Gottesdienst in der St.-Magnus-Kirche, im Anschluss geht es dann ab 9.30 Uhr in der Turnhalle der Grundschule weiter. Jedes Kind darf zwei Begleitpersonen mitbringen. „Auch ein Geschwisterkind auf dem Arm zählt dabei als volle Person“, sagt die Schulleiterin. Die zweite Gruppe feiert um 10.45 Uhr den Gottesdienst, ab 11.30 Uhr geht es in die Turnhalle.
Weil zum Abschied der 4. Klassen und zur Begrüßung der neuen Schüler nicht gesungen werden darf, hatte Musiklehrerin Wiebke Junge eine besonders schöne Idee: Sie hat das Schullied textlich auf die Corona-Zeit eingestimmt und alle Schülern einzeln aufgenommen. Anschließend wurde alles zusammengeschnitten, sodass jetzt per Video ein Schulchor entstanden ist. Im Lehrerkollegium hat der kleine Film bereits für ein paar Tränen gesorgt.
