Sande - Im Bauausschuss in Sande standen besonders zwei Themen im Mittelpunkt. Das Wichtigste im Überblick.
Historische Gebäude
Wer ein historisches Gebäude besitzt, muss oft mit zusätzlichen Kosten rechnen, um es „in Schuss“ zu halten. Hier könnte das Programm „Städtebauförderung Neustadtgödens“ greifen. Seit 2009 ist es Hausbesitzern im historischen Ortskern von Neustadtgödens möglich, Fördergelder zu erhalten. Doch mittlerweile ist das Interesse nur noch sehr gering.
Das Programm war von vornherein auf zunächst 15 Jahre begrenzt, könnte aber noch verlängert werden. Die Fördersummen werden dabei jeweils zu einem Drittel von der Gemeinde, dem Land Niedersachsen und dem Bund übernommen. Die Verwaltung hat an einer Fortsetzung aber kein Interesse mehr, denn die Nachfrage sei über den gesamten Zeitraum weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, erklärte Nadine Stamer im Bauausschuss der Gemeinde.
Vorgesehen waren 2,15 Millionen Euro für private Vorhaben, abgefordert wurde aber lediglich ein Viertel der Summe. Weil der Aufwand der Verwaltung in keinem vernünftigen Verhältnis mehr steht, sollte das Programm zum Ende des Jahres 2023 auslaufen. Zumal eine Trendwende bei derzeit stark gestiegenen Bau- und Sanierungskosten nicht zu erwarten sei.
Darauf wollte sich die Politik aber nicht so ohne Weiteres einlassen. Frank Behrens (SPD) erklärte, dass die Sanierung ein dauerhaftes Thema sei, das man nicht so einfach vom Tisch wischen sollte. Er stellte den Antrag, den Punkt erneut in den Fraktionen zu beraten. Dem schlossen sich alle Parteien an.
Tierchip-Lesegerät
Die Gruppe Grüne/FDP/Linke im Sander Gemeinderat hat einen Antrag vorgelegt, für den Gemeindebauhof ein Tierchip-Lesegerät anzuschaffen. Zudem sollte eine Dienstanweisung getroffen werden, damit bei Tieren, die vom Bauhof geborgen werden, auf jeden Fall der Chip ausgelesen wird und anschließend die zuständigen Besitzer verständigt werden.
Bisher fehlt so ein Lesegerät beim Bauhof. Es sei dem persönlichen Engagement des jeweiligen Bauhofmitarbeiters überlassen, die Chips von einem Tierarzt auslesen zu lassen, hieß es in dem Antrag.
Bürgermeister Stephan Eiklenborg stellte klar, dass weder ein Chip-Lesegerät noch eine Dienstanweisung nötig sei. Denn verletzte oder tote Tiere, die vom Bauhof geborgen werden, würden in jedem Fall an den gerade zuständigen Tierarzt, bei Wildtieren an den zuständigen Jäger, bei Vögeln an die FTZ in Jever übermittelt. Bei Haustieren lese der Tierarzt dann auch den Chip aus.
Eiklenborg widersprach zudem Gerüchten in den sozialen Netzwerken, dass es gängige Praxis sei, dass auf dem Bauhof Tierkadaver lieblos in Boxen entsorgt werden. Ein totes Tier werde lediglich über Nacht abgedeckt oder in einer Box gelagert, um Attacken durch Krähen oder andere Tiere zu vermeiden bis der Kadaver an die zuständige Stelle weitergegeben werden könne.
Der Bürgermeister bat um Rücknahme des Antrags. Darüber soll nun in der Gruppe Grüne/FDP/Linke erneut beraten werden.
