Sanderbusch - Beim Nordwest-Krankenhaus (NWK) Sanderbusch geht man wieder auf hergebrachte Weise gegen die Saatkrähen vor: Aktuell nehmen dort Mitarbeiter der Firma Plafky Baumpflegearbeiten vor und entfernen auch gezielt Astgabeln, die sich zum Nestbau eignen.
Die Arbeiten auf dem landkreiseigenen Gelände passieren in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und müssen bis zum Beginn der Brut- und Setzzeit am 1. April abgeschlossen sein. Wenn allerdings schon vorher Nester mit Eiern gefunden werden, dann dürfen diese nicht mehr entfernt werden.
Der Landkreis Friesland hatte 2019 erfolgreich mit einer alternativen Methode zur Krähenvergrämung begonnen. Damals hatte Helmut Pieper von der Firma Umweltschutzagentur aus Norden mit künstlichen Wildtieren wie Uhu und Fuchs sowie versteckten Lautsprechern, die die Laute dieser Tiere oder auch Krähen-Kommunikation wiedergaben, einen „tierischen Krimi“ inszeniert. Der sollte die Saatkrähen vertreiben und zeigte schon im ersten Jahr guten Erfolg: Nur 50 Nester wurden gebaut – im Vorjahr waren es noch 230.
Auch bei der Grundschule in Sande kam die Methode zum Einsatz. Leider stehe Helmut Pieper aber nicht mehr zur Verfügung, so die Auskunft des Landkreises.
Die Saatkrähen als Koloniebrüter werden von vielen Menschen als Plage wahrgenommen – wegen des Lärms, den sie verursachen, und mehr noch wegen des Drecks, der im Umfeld der Kolonien anfällt. Besonders beim NWK wird das in hygienischer Hinsicht als problematisch wahrgenommen. Die Tiere stehen jedoch unter Naturschutz. Direkte Eingriffe wie Abschießen oder Entfernen von Eiern aus den Nestern sind strikt verboten.
Erlaubt sind lediglich Vergrämungsaktionen wie die berühmten Krähen-Klatschen aus Jever (die aber schon lange nicht mehr in Betrieb sind) oder optisch-akustische Störungen wie bunte Flatterbänder (die ebenfalls in Jever eingesetzt wurden).
Erlaubt ist auch das Entfernen von Nestern (bis zur Ei-Ablage). Umsiedlungsversuche, bei denen man Nester entnommen und an geeigneten Standorten wieder in die Bäume gesetzt hat, hatten nur geringen Erfolg. Da bleibt schließlich nur der beherzte Schnitt mit der Astsäge.
