Bokelesch - Nach gut einem halben Jahr Pause ist es so weit: Das Informationszentrum „Friesische Johanniter“ in Bokelesch öffnet an diesem Sonnabend, 25. Mai, wieder seine Türen. Geöffnet hat es mittwochs, sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr (für Gruppen gibt es auf Anfrage Sonderzeiten).
Anstellungsverhältnis
Joachim Bunger (57) aus Bollingen wird die Aufgaben dort übernehmen. Diesen Beschluss hatte der Verwaltungsrat in seiner nicht öffentlichen Sitzung am 22. Mai gefasst. Bunger wird die Aufgaben des Betriebes als Beschäftigter der Gemeinde Saterland übernehmen. Seit 2011 wurde das Informationszentrum durch ein Pachtverhältnis selbstständig geführt. Nun wechselte die Gemeinde vom Pacht- zum Anstellungsverhältnis.
Zusammen mit dem gebildeten Ausschuss „Informationszentrum Friesische Johanniter“ möchte Bunger die Einrichtung bekannter machen und den Bereich um die Geschichte Saterlands erweitern. „Ich habe großes Interesse an der Geschichte Saterlands und Ostfrieslands“, sagte Bunger. Wichtig sei Bunger auch, Besuchern zu vermitteln, dass das Saterland im Bezug auf die Friesischen Johanniter lange mit Ostfriesland verbunden war. „Ich möchte Vorträge für Schulklassen und Gruppen erarbeiten. Derzeit gibt es nur einem Film, der sich für Gruppen anbietet“, sagte Bunger. „Das Wichtigste ist, Ideen zu erarbeiten, so dass wir Nachhaltigkeit und einen größeren Bekanntheitsgrad bekommen“, sagte Bürgermeister Hubert Frye.
Enttäuscht zeigte er sich davon, dass die Gemeinde Saterland die Kosten alleine tragen muss. Sie hätte sich gewünscht, dass sich die Nachbargemeinde Barßel daran beteiligt, da die Gemeinden einen gemeinsamen Tourismusverein haben. Auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Vorsitzenden des Moor- und Fehnmuseum, Gustav Schünemann, ist die Gemeinde Saterland durch einen Ratsbeschluss 2009 der Stiftung „Moor- und Fehnmuseum“ beigetreten.
Antrag abgelehnt
Somit finanziert sie das Museum mit. Frye habe Barßels Bürgermeister Bernd Schulte auf eine Mitfinanzierung des Informationszentrums angesprochen. Schulte habe gesagt, dass die Gemeinde ja keinen Antrag gestellt habe, woraufhin sie dies tat und um eine Mitfinanzierung von jährlich 9000 Euro bat. Der Antrag wurde vom Ausschuss für Kultur, Sport und Tourismus abgelehnt (die NWZ berichtete).
In der Sitzung sei diesbezüglich von „Schärfe“ in der Kommunikation die Rede gewesen. „Aus Sicht der Gemeinde ist Schärfe nicht erkennbar“, äußerte sich Frye nun. „Im Antrag wurden sachlich die Gründe und das Anliegen dargelegt. Wir sind an einem auf Harmonie beruhendem Nachbarschaftsverhältnis interessiert.“ Er akzeptiere die Entscheidung. Der Hinweis seitens der Gemeinde Barßel, Saterland habe ihre eigenen Projekte zu bezahlen, sieht Frye so, dass dies „sicher als gegenseitige Betrachtung gemeint sein dürfte“.
