RAMSLOH - Wer Oberleutnant Jens Burkhardt an einem seiner Arbeitsorte besuchen möchte, sollte schwindelfrei sein. Denn ab und an steigt der bei der Marinefunksendestelle Ramsloh stationierte Fachoffizier hoch hinaus auf einen der acht über 350 Meter hohen Antennenmasten.
Der Marinestandort mitten auf dem platten Land ist nicht nur aufgrund seiner Lage einzigartig. „Von hier aus wird die U-Boot-Flotte aller Nato-Partner mit Datenmaterial versorgt“, berichtet Burkhardt. Die Sendemasten transportieren per Funkwellen die Daten zu den Tausende von Kilometern entfernten und tief unter der Wasseroberfläche fahrenden Unterseebooten. „Was wir senden ist aber kein Sprechfunk. Wir senden verschlüsselte Daten, die im U-Boot optisch dargestellt und bei Bedarf ausgedruckt werden können“, so der Marineoffizier. Der Funk via Längswellen ist abhörsicher. Gesendet werden zum Beispiel sogenannte Marschbefehle, die dem U-Boot-Kommandanten mitteilen, wohin er sein Boot lenken und welchen Schiffskonvoi er bewachen soll. „Wir senden aber auch die aktuellen Fußball-Bundesliga-Ergebnisse zu den deutschen U-Booten“, sagt Oberleutnant Burkhardt. Persönliche Mitteilungen an Soldaten sind außer bei Todesfällen als Funknachricht tabu.
Auf dem Areal, das sich quer durch die Landkreise Cloppenburg und Leer zieht, sind über 50 Soldaten und Techniker sowie knapp 40 zivile Angestellte tätig, die einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb an allen Tagen im Jahr sicher stellen.
Anschläge hat es auf die vor 25 Jahren errichtete Sendestelle bisher noch nicht gegeben. „Außer einem Betrunkenen, der über den Zaun gestiegen ist, keine besonderen Vorkommnisse“, meldet der Leiter der Dienststelle, Kapitänleutnant Heinz-Peter Will. Und gegen die Rehe, Hasen, Fasane und ander Tiere, die sich hier zwischen tummeln, hat der Offizier nichts einzuwenden. Es sei denn, die Tiere nehmen eines Tages Überhand.
