Saterland - Der Bund hat die Mittel für die Förderung von Projekten für die Nord- und Saterfriesen erhöht (die NWZ berichtete). Während sich 2013 die Sektionen noch mit insgesamt 300 000 Euro begnügen mussten, werden es für dieses Jahr 320 000 Euro sein. 20 000 Euro davon erhalten die Saterfriesen.
Für welche Projekte das Geld eingesetzt wird, teilte am Mittwoch Karl-Peter Schramm aus Scharrel, Mitglied des Minderheitenrates, auf Nachfrage der NWZ mit. „Ein großer Teil fließt in die Spracherziehung“, sagte Schramm. Dabei sollen Erzieher und Lehrer als saterfriesische Sprecher ausgebildet werden. Seit gut zwei Jahren wird, wie berichtet, im Saterland bereits an Kindergärten und Grundschulen bilingual (Deutsch/Saterfriesisch) unterrichtet.
Das Projekt „Ostfriesland und das Saterland als Modellregionen für frühe Mehrsprachigkeit“ wird von der Oldenburgischen und Ostfriesischen Landschaft sowie dem Niedersächsischen Kultusministerium gefördert. Eine enge Zusammenarbeit, so Schramm, finde im Rahmen des Projektes mit den Ostfriesen statt.
Mit dem Geld soll aber auch noch ein zweites Projekt gefördert werden. So sei einmal die Digitalisierung eines bisher noch nicht veröffentlichten Deutsch-Saterfriesisch-Wörterbuchs geplant, verriet Schramm.
Nach Angaben des Scharrelers sei es bisher so, dass man Projekte habe beantragen müssen. Für diese habe man dann eine Förderung vom Bund erhalten und einen Nachweis über das Projekt einreichen müssen. Als große Hilfe sieht Schramm dabei den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk. Er war Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium. „Er weiß, wie man Geld einfordern kann“, sagte Schramm. „Regelmäßig bekommen wir derzeit eine Förderung vom Bund. Wenn wir mehr Geld brauchen, müssen wir das beantragen.“
Jetzt strebe man eine institutionelle Förderung an, sagte Schramm. Dabei handelt es sich um eine regelmäßige Förderung mit festen Beträgen. Auch über deren Verwendung müsse am Ende eines Jahres ein Nachweis erbracht werden, so der Scharreler. In den nächsten Jahren wolle man bezüglich einer institutionellen Förderung Gespräche führen. Schramm: „Wir werden dabei von den anderen Minderheiten unterstützt.“
