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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Saterland

Kein „Seelterlound“ an der Autobahn

13.02.2019

Saterland /Berlin Der Minderheitenrat der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen Deutschlands (Friesen, deutschen Sinti und Roma, Dänen, Lausitzer Sorben) bedauert, dass die Bundesregierung eine zweisprachige Beschilderung an Bundesautobahnen über aktuell praktizierte Ausnahmen hinaus abgelehnt hat.

Hintergrund ist eine „Kleine Anfrage“ der Fraktion Bündnis 90/Grüne. „Deutschland hat sich mit dem europäischen Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen dazu verpflichtet, Minderheitensprachen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und deren Erhalt zu fördern“, heißt es seitens der Fraktion. Die „Richtlinien für die wegweisende Beschilderung auf Bundesautobahnen“ (RWBA) 2000 würden aber die Möglichkeit einer mehrsprachigen Beschilderung an Bundesautobahnen bisher nur in Ausnahmefällen vorsehen.

Darauf hat die Bundesregierung jetzt eine für die Grünen und auch den Minderheitenrat unbefriedigende Antwort gegeben. Laut RWBA 2000 sei für die Schreibweise der innerdeutschen Ziele die amtliche Bezeichnung zu verwenden. „Amtliche Verkehrszeichen sollen so gestaltet werden, dass die Kraftfahrer die Information mit einem Blick aufnehmen und ihre Fahrweise beziehungsweise Fahrtentscheidung danach ausrichten können“, heißt es unter anderem in der Antwort. Eine zweisprachige Ausschilderung der Zielangaben würde zur Verdoppelung der auf den Wegweisern bereits vorhandenen Informationen führen. Autofahrer können bei zügiger Fahrt nur begrenzt Informationen aufnehmen, wären überfordert und abgelenkt. Dies schränke die Sicherheit ein.

Karl-Peter Schramm aus Scharrel, Mitglied des Minderheitenrats und bis vor Kurzem noch dessen Vorsitzender, sieht das ein wenig anders. „Das war mit den zweisprachigen Ortsschildern damals im Saterland genau das Gleiche“, sagt er. Seinerzeit hatten sich die Verhandlungen zwecks Beschilderung Hochdeutsch/Saterfriesisch mit den zuständigen Stellen in Hannover ebenfalls als sehr schwierig erwiesen. Schon der damalige Niedersächsische Kulturminister Thomas Oppermann habe davon gesprochen, dass zweisprachige Ortsschilder die Autofahrer verwirren und ein Verkehrsrisiko darstellen würden. „Es ist aber zu keinen Unfällen in den Bereichen gekommen“, sagt Schramm.

Bei der Anfrage der Grünen geht es zwar hauptsächlich um Autobahnschilder in der Lausitz in sorbischer/wendischer Sprache. Dennoch könne sich Schramm auch hier eine Beschilderung Saterfriesisch/Hochdeutsch vorstellen. Eine solche wäre direkt im Saterland nicht möglich, sondern wenn dann an der Stelle, wo die Abfahrt der A 28 bei Filsum auf die B 72 führt. Schramm hält eine Beschilderung für ideal, da sie auf die Besonderheit des Saterlands mit seiner Sprache aufmerksam machen würde.

Dennoch würde diese seiner Meinung nach wohl schon daran scheitern, dass es das Saterland als Ort selber nicht gebe. Es könnte also wenn dann nur auf die Ortschaften Strücklingen, Ramsloh, Scharrel und Sedelsberg hingewiesen werden. Bei der Abfahrt der A 28 auf die B 72 würde zwar ein Hinweisschild stehen mit Orten, die als nächstes erreichbar sind. Darunter, so Schramm, auch Friesoythe, aber kein Ort aus dem Saterland. Der Minderheitenrat will das Thema allgemein in seiner nächsten Sitzung in dieser Woche und auch mit Verkehrsminister Andreas Scheuer besprechen.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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