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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Saterland

Von Amtsmüdigkeit keine Spur

17.05.2014

Ramsloh Mit Stiften und Blöcken bewaffnet betreten am Freitagmorgen Talea Watermann, Hanna Buß und Rouven Altrogge das Rathaus. Die drei 16-jährigen Zehntklässler des Laurentius-Siemer-Gymnasiums (LSG) dürfen am 25. Mai zum ersten Mal wählen. Zuvor wollen sie Hubert Frye, der erneut für das Bürgermeisteramt im Saterland kandidiert, einmal genauer auf den Zahn fühlen.

Spannende Aufgabe

Nach einer kurzen Begrüßung geht es auch schon los. „Herr Frye, für Sie wäre es die dritte Amtsperiode als Bürgermeister. Was hat Sie dazu bewegt, erneut zu kandidieren?“, fragt Hanna Buß aus Strücklingen. Er sehe die Aufgabe des Bürgermeisters als eine spannende und schöne, antwortet Frye. „Ich möchte auch mit 62 Jahren noch nicht aufhören und gemeinsam mit dem Rat die Gemeinde weiter voranbringen“, sagt er. Amtsmüde sei er noch lange nicht.

Auf die Frage der Schülerin, was er als größte Herausforderung sehe, nennt Frye mehrere Maßnahmen. So wolle er sich dafür einsetzen, das Bildungsangebot weiter zu verbessern. In Sedelsberg seien Beschlüsse bezüglich der Einrichtung auf eine Ganztagsschule gefasst worden (die NWZ  berichtete). Die Umsetzung würde in die nächste Amtsperiode fallen. Für Ramsloh werde derzeit unter den Eltern der Grundschüler eine Bedarfsermittlung bezüglich der Einrichtung einer Ganztagsschule durchgeführt.

Eine Aufgabe, die er sich „gerne erspart“ hätte, sei die Notwendigkeit des Wiederaufbaus des Feuerwehrhauses in Scharrel.

Als weitere Aufgaben nennt Frye das Entgegenwirken des Fachkräftemangels sowie den Einsatz für ältere Mitbürger. Im Zuge des demografischen Wandels werde zurzeit eine landkreisweite Bedarfsermittlung bezüglich des Öffentlichen Personennahverkehrs durchgeführt. Auch setze man sich kreisweit dafür ein, den Breitbandausbau zu verbessern. Ein Fragebogen dazu sei an alle Haushalte gegangen. Frye weist auf die Wichtigkeit hin, daran teilzunehmen, um die Chancen für das Saterland zu erhöhen.

Mehr Zusammenarbeit

„Warum sollten sich potenzielle Erstwähler an der Bürgermeisterwahl beteiligen?“, ist die nächste Frage von Hanna Buß. „Sie können sich so an der Demokratie beteiligen. Die Frage würde ich auf die Landratswahl ausweiten. Denn daran könnt Ihr mit 16 Jahren auch teilnehmen“, richtet sich Frye an die Erstwähler. „Ich sehe das Wahlrecht als ein hervorragendes Recht, was bei uns leider oft nicht wahrgenommen wird.“

Die nächste Frage stellt Talea Watermann. Obwohl sie aus Barßel kommt und dort zur Bürgermeisterwahl gehen wird, interessiert sie sich auch für den Kandidaten im Saterland. Sie will wissen, welche Erfahrung Frye mit dem Jugendparlament habe. Es sei „relativ euphorisch gestartet“, sagt er. Er würde sich allerdings mehr Zusammenarbeit mit Gemeinde und Öffentlichkeit wünschen. „Das Jugendparlament arbeitet selbstständig. Wir müssten aber auch gefragt werden, so dass wir Hilfestellung leisten können.“

„Was machen Sie für die Jugend im Saterland, und was sind diesbezüglich die größten Projekte“, fragt die 16-Jährige, um beim Thema Jugend zu bleiben. Größere Projekte könne er nicht nennen, so Frye. Er verweist aber auf den Jugendpfleger, der ein Budget dafür habe, Projekte zu planen und umzusetzen. Jugendliche hätten auch die Möglichkeit, sich am Vereinsleben zu beteiligen. Er sei aber für neue Anregungen offen.

Beteiligung erhöhen

Ob die Zusammenlegung der Europa-, Landrats- mit der Bürgermeisterwahl denn nachteilig für die Beteiligung an der Bürgermeisterwahl wäre, will Rouven Altrogge aus Strücklingen wissen. „Die Hoffnung geht in die andere Richtung“, sagt Frye. Er denke, dass sich die Beteiligung eher erhöhen werde. „Ich weiß aber, dass die Europawahl nicht so viel Beteiligung erfährt. Dabei ist die Zusammenarbeit für uns unheimlich wichtig“, sagt er.

Die letzte Frage von Rouven Altrogge ist, was Fryes Familie dazu sage, dass er erneut kandidiert. „Es ist wichtig, dass Bewerber vorher mit ihrer Familie darüber sprechen“, antwortet Frye. Seine Frau stehe voll hinter ihm, auch wenn sie die Abende manchmal ohne ihn verbringen müsse.

Nach der Fragerunde sind sich die Erstwähler einig: „Wir gehen auf jeden Fall zur Wahl. Wenn man schon wählen darf, sollte man es auch tun.“

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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