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Ehrung Zum Verdienstorden saterfriesische Lieder

Norbert Wahn

Saterland/Oldenburg - Bevor es Montagnachmittag im Bibliothekssaal der Universität Oldenburg so richtig feierlich wurde und der Germanist Marron C. Fort das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens erhielt, hatten sechs Damen in Trachten ihren großen Auftritt: Die Frauen vom Heimatverein Saterland – Seelter Buund – überreichten dem 73-Jährigen je eine rote Rose, bedankten sich „für 40 Jahre Freundschaft“ und sangen dann auf Saterfriesisch. Sehr zum Gefallen des Mannes, der bald von Kulturministerin Prof. Johanna Wanka ausgezeichnet werden sollte.

„Es ist schon außergewöhnlich, dass wir heute einen in den USA aufgewachsenen Sprachwissenschaftler ehren, der die saterfriesische Sprache und das Niederdeutsche so perfekt beherrscht wie seine Muttersprache. Mit Ihrem wissenschaftlichen und persönlichen Lebenswerk haben Sie einen wertvollen Beitrag geleistet, einen wichtigen Teil des kulturellen Erbes Niedersachsens zu erhalten“, sagte Ministerin Wanka während der Feierstunde.

Viele Veröffentlichungen

Lob gab es auch von Universitätspräsidentin Prof. Babette Simon: Die Universität Oldenburg sei Fort zu großem Dank verpflichtet. Fort war von 1986 bis 2003 Akademischer Oberrat an der Uni. Dabei widmete sich der Germanist der wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation des Saterfriesischen und der niederdeutschen Mundarten. Bekannt wurde er u. a. durch die Veröffentlichung eines saterfriesischen Wörterbuchs (1980), zweier Bände mit Volkserzählungen in saterfriesischer Sprache (1985 und 1990) sowie der Übersetzung des Neuen Testaments und der Psalmen ins Saterfriesische (2000). In Deutschland gibt es 13 gefährdete Sprachen, Saterfriesisch zählt dazu.

Fort legte immer großen Wert darauf, die zu erforschenden Sprachen selbst perfekt zu beherrschen. Nicht zuletzt dadurch erwarb er sich hohe Anerkennung in der Region und erhielt zahlreiche Ehrungen. So ist er Ehrenbürger Ostfrieslands, durch die Verleihung des Indigenats der Ostfriesischen Landschaft „eingebürgerter Ostfriese“ sowie Mitglied der Fryske Akademy der Provinz Friesland.

Fort hielt nach der Ordensverleihung seine Dankesrede natürlich zunächst auf Saterfriesisch und dann auf Hochdeutsch.

Dank für Anerkennung

„Es ist schön, dass meine Arbeit auf so erfreuliche und rührende Art anerkannt wird.“ Danach hatten die Frauen vom Seelter Buund wieder das Wort und trugen einen Kanon vor. Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens werden Verdienste mit besonderem landespolitischen Gewicht gewürdigt. Hierzu zählen insbesondere regional bedeutsames oder strukturförderndes Engagement sowie Verdienste um die Kultur- und Heimatpflege.

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