Schortens - Erst 18, dann 5, nun also 17: Die Ratsmitglieder im Schul-, Jugend- und Sozialausschuss haben sich am Donnerstag nach längerer Diskussion einstimmig darauf verständigt, der Verwaltungsvorlage zur Schließung von Spielplätzen im Stadtgebiet zuzustimmen. Die SPD zog ihren Antrag, wonach nur fünf Plätze aufgegeben werden sollen, nach kurzer Beratung zurück.

Nun sollen nach und nach 17 – statt wie ursprünglich vorgeschlagen 18 – Spielplätze aufgegeben werden. Die Fläche an der Dettmar-Colewey-Straße in Grafschaft bleibt ent­gegen dem ursprünglichem Vorschlag jedoch unangetastet. Beschlossen wurde auch, dass über die abschließende Verwertung der aufgegebenen Flächen von Fall zu Fall entschieden wird.

Genau das hatte die SPD/FDP in dem ursprünglichen Beschlussvorschlag vermisst und befürchtet, dass einmal aufgegebene Flächen veräußert würden und dann unwiederbringlich verloren seien, wenn vielleicht doch noch mal wieder ein Bedarf an Spielplätzen bestehen sollte.

Die SPD/FDP wollte daher zunächst einmal nur fünf Spielplätze aufgeben (die NWZ  berichtete) und über die übrigen Spielplätze erst in der kommenden Ratsperiode ab 2016 beschließen.

Melanie Sudholz, (CDU), Heinrich Ostendorf (BfB) wie auch Wolfgang Ottens und Anja Kindo von der Gruppe Grüne/Kindo/Krüger/Ottens konnten dem Ansinnen der SPD/FDP nichts abgewinnen: „Schon lange diskutieren wir über das Thema Spielplätze, weil wir die Kosten für den Unterhalt der Plätze reduzieren wollen“, kritisierte Ottens. Er wies darauf hin, dass damit über einen Verkauf überhaupt noch nichts gesagt sei.

Melanie Sudholz sah in dem Ansinnen der SPD/FDP sogar eine Ohrfeige für die Verwaltung und für die beteiligten Eltern, die an der Liste über die Nutzung der Plätze mitgearbeitet und so geholfen haben, die Plätze zu ermitteln, auf denen „überhaupt nichts mehr los ist“. Heinrich Ostendorf erinnerte an die hohen Kosten für den Erhalt der Plätze und die Verkehrssicherungspflicht und erklärte: „Krippen, Kindergarten, Schulen – heute kommen die Kinder doch meist vor 16 Uhr gar nicht nach Hause. Wann sollen die denn noch auf den Spielplatz gehen?“ Zudem stünden heute in nahezu jeder Wohnsiedlung in den Gärten der Häuser Spiel- und Klettergeräte.

Auch Anja Müller als zuständige Fachbereichsleiterin stellte klar, dass Spielplätze mit Schaukel, Wippe und Sandkasten heute niemanden mehr locken. Wie in früheren Sitzungen bereits diskutiert, gehe der Trend heute zu so genannten Quartiersspielplätzen. „Qualität statt Quantität“, sagte Müller. Politik und Verwaltung wollen nur die Spielplätze aufgeben, die nicht mehr gebraucht werden, und dafür einige Highlights in der Stadt schaffen.

Müller erinnerte daran, dass für Pflege und Wartung der aktuell 48 städtischen Spielplätze 135 000 Euro im Haushalt vorgesehen seien; schon jetzt lande man aber bei 180 000 Euro Kosten pro Jahr. Wolle man das Haushaltsziel erreichen, müsse man sich von einigen Plätzen trennen. Das soll mit dem Beschluss nun Schritt für Schritt erfolgen