Schortens - „Auch wenn sich die FDP neu aufgestellt hat: Der Scherbenhaufen liegt noch immer da, ist noch nicht weggeräumt“, sagt FDP-Kreisvorsitzender Gerd Ratzel. „Wir haben noch eine lange schwere Zeit vor uns.“
Beim traditionellen Dreikönigstreffen des FDP-Ortsverbands Schortens-Sande mit deftigem Grünkohl im Friesenhof beleuchtete Ratzel vor rund 30 Parteifreunden und Gästen die Hochs (Landtagswahl) und Tiefs (Bundestagswahl) seiner Partei der vergangenen zwölf Monate.
Er machte seinen Parteifreunden Mut, die Ärmel hochzukrempeln und den Menschen die Notwendigkeit liberaler Grundsätze und Werte zu vermitteln. „Denn dass wir gebraucht werden, sieht man ja unter anderem auch an der Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung“, sagte Ratzel.
„Sieben bis zehn Prozent der Wählerstimmen zur Europawahl im Mai, das wäre ein deutliches Zeichen, dass wir noch da sind und nicht weg vom Fenster. Dafür müssen wir nun alles geben“, appellierte Ratzel. Frieslands Liberale sieht er „gut aufgestellt“.
Turbulentes Jahr
Schon ein Jahr zuvor kündigte sich ein turbulentes und schwieriges Jahr für die FDP an, erinnerte Ratzel. Der damalige Parteivorsitzende Rösler stand in der Kritik, es rumorte in der FDP. Das Dreikönigstreffen in Stuttgart habe bundesweit die Zeitungen gefüllt.
Das Dreikönigstreffen 2014 sei dagegen nur noch eine Randnotiz, ein regionales Ereignis in Baden-Württemberg. „Die FDP findet bundesweit nicht mehr statt“, konstatierte Ratzel. Und er wolle alles dafür tun, dass das nicht so bleibt: „Wir kommen wieder.“
Auf lokaler Ebene ging Ratzel auf die Schulpolitik und die Entscheidung des Kreistags für einen zweiten friesländischen IGS-Standort in Zetel statt in Varel ein. Nun wollten die Liberalen aber mit dafür sorgen, dass die Gesamtschule Zetel zum Erfolg werde. Kritisch werde man beobachten, wie mit den Gymnasien umgegangen wird.
Auch das Thema der regionalen Zusammenarbeit sprach Ratzel an und bedauerte die „Beerdigung einer guten Initiative“. Die habe viel Geld verschlungen und die Gräben zwischen dem Landkreis Friesland und der Stadt Wilhelmshaven sogar noch vertieft. Dass sich die Stadt Wilhelmshaven aus dem Zweckverband Jade Bay verabschiedet habe und zugleich den Gewerbepark nahe Antonslust plane, sei schlechter Stil: „So geht man unter Nachbarn nicht miteinander um“, sagte Ratzel.
An den Landkreis richteten Ratzel wie auch Bürgermeister Gerhard Böhling den Appell, der Stadt Schortens zu helfen, das Problem Aqua Toll zu lösen. „Die finanziellen Rahmenbedingungen für das Bad müssen sich grundlegend verbessern“, so Böhling.
Schwimmbad erhalten
Immerhin etwas Hoffnung konnte Landrat Sven Ambrosy machen: „Ohne der Diskussion im Kreistag vorgreifen zu wollen, bin ich sicher, dass wir eine Lösung finden werden“, so Ambrosy. „Ob die der Stadt zu 100 Prozent passt, das wird sich dann zeigen.“
Als Gast hatte der FDP-Ortsverband die Landtagsabgeordnete Sylvia Bruns eingeladen. Bruns ist Sprecherin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit, Jugend, Migration und Bau der FDP-Fraktion im Landtag. Sie ging auf sozialpolitische Themen wie Ärztemangel auf dem Land, Pflegenotstand und die Entwicklung der Krankenhäuser ein.
