Grafschaft - In Sachen fairer Handel waren Jutta und Reinhard Hartwig gewissermaßen Vorreiter, und nun können sie ein Jubiläum feiern: Vor 25 Jahren, am 9. August 1997, haben die beiden das Fair-Café im ihrem Fairhandelshaus Mercado Mundial in Grafschaft eröffnet – nachdem sie monatelang an der Innengestaltung gearbeitet hatten.
Vorreiter in Sachen fairer Handel
Die Hartwigs erinnern sich: „Politiker und Kirchenleute hielten ihre Reden und verwiesen auf die Bedeutung des fairen Handels. Die Kaffee-Rösterei wurde eingeweiht und sollte ursprünglich nur der Bildungsarbeit im Fairhandelshaus dienen, indem mit sogenannten Kaffee-Röst-Shows Informationen zum fairen Handel mit den Ländern des Südens vermittelt werden. In der Folge kamen ganze Bus-Gesellschaften nach Grafschaft und diskutierten beim Kaffee-Rösten mit Röstmeister Reinhard Hartwig über faire Handelsstrukturen am Beispiel Kaffee“, schreiben sie in einer Pressemitteilung. Bei anderen Bildungsveranstaltungen waren Referenten aus sogenannten Entwicklungsländern zu Gast und berichteten von ihrer Arbeit vor Ort.
Ort der Begegnung und der Bildung
Doch das war nicht das Ende der Fahnenstange: Von 2003 an entwickelte sich nämlich ein reger Konzertbetrieb mit Gastspielen internationaler Musiker und Bands. Das Fair-Café wurde zur angesagten Adresse für Musikfans der ganzen Region und darüber hinaus.
Doch nach 13 Jahren und rund 800 Konzerten war Schluss – wegen Arbeitsüberlastung der Betreiber des Bio- und Fair-Kaufhauses. Die Macher Jutta und Reinhard Hartwig wollten sich wieder voll auf die eigentlichen Fairhandelsaktivitäten konzentrieren.
Heute sagen sie: „Neben dem Bio- und Hofladen, dem Unverpacktladen, dem Fair-Trade-Laden, der veganen Lebensmittelproduktion ist das Fair-Café wie vor 25 Jahren ein Ort der Begegnung und der Bildung geblieben, auch wenn die kulinarischen Bildungsveranstaltungen wie das ,Kochen mit Veganfreunden’ und der bio-faire Frühstücksbrunch aus Mangel an Mitarbeitern seit Jahren in der Zwangspause sind.“
Da Jutta und Reinhard Hartwig inzwischen jedoch am Aufbau einer Mehrgenerationen-Lebens- und Arbeitsgemeinschaft arbeiten, wird nach der Verjüngung und Erweiterung des Teams wieder vieles möglich sein – vielleicht sogar das eine oder andere Konzert. Die jetzt als Bibliothek genutzte Bühne ist jedenfalls schon wieder mit Ton- und Licht-Technik ausgestattet und einsatzbereit.
Gibt es wieder Auftritte von Musikern und Bands?
Nach dem jüngsten Umbau finden circa 50 Besucher Platz an Tischen, und von der neuen Empore hat man den Überblick über das Geschehen in der 450 Quadratmeter großen Einrichtung – wo derzeit noch Musikvideos von Konzerten aus der Vergangenheit laufen.
