HEIDMÜHLE - Ob eine Fußballmannschaft einen in der Nachspielzeit noch verspielten Punkt verdient gehabt hätte oder nicht, liegt ganz im Auge des Betrachters. Spieler, Trainer und Fans des TV Dinklage, der am Sonntag seine Landesligapartie beim Heidmühler FC mit 3:2 erst in der 93. Minute gewonnen hatte, waren sicherlich der Meinung, dass die drei Punkte für ihren Verein angesichts des erdrückenden Chancenplus’ eindeutig verdient waren. Der HFC hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn er drei bis sechs Tore mehr kassiert hätte.

Die Gegenseite aber, sprich Beteiligte und Sympathisanten der Friesländer, waren sich darin einig, dass Heidmühle sich durchaus einen Punkt verdient gehabt hätte: nämlich für Kampfgeist, Mut und die Tatsache, dass niemand den Kopf hängen gelassen hatte. Erst als der Schlusspfiff ertönte, ließen die Rothemden sich ihre Enttäuschung anmerken. Zuvor hatten sie nach dem 2:3 noch einmal alles nach vorne geworfen und sogar Torwart Steffen Lühr war mit in den gegnerischen Strafraum geeilt. Genutzt hat es leider nichts.

Schon die Anfangsviertelstunde hatte gezeigt, dass der Keeper einiges zu tun bekommen würde an diesem Tag. Zweimal wurde es richtig gefährlich, Giancarlo Orrù und Fabian Klische retteten in letzter Sekunde. Das 1:0 für den HFC durch Niklas Faßhauer kam mehr oder minder aus dem Nichts, stärkte aber das Selbstbewusstsein der Gastgeber umso mehr. Das muntere Spielchen seiner Mannschaft kommentierte Trainer Markus Olbrys mit Szenenapplaus, hochgereckten Daumen und Rufen wie 'Gut so!'.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigte der TV Dinklage direkt wieder, dass mit ihm noch zu rechnen ist, und nach knapp 60 Minuten fiel schließlich auch der Ausgleich. Ein direkt verwandelter Freistoß von Dardan Jashari ließ kurz darauf allerdings die Hausherren wieder jubeln. Auch nach dem erneuten Ausgleich der Gäste aus dem Kreis Vechta gaben sich die Rothemden nicht auf und schmissen sich mutig in jeden Ball.

Die Szene beim 2:3 schließlich war sinnbildlich für die Saison und die Situation des HFC im Tabellenkeller. Es war der lange Joshua Titz, dessen Kopf als letzter am Ball war, bevor dieser in den Maschen hinter Steffen Lühr einschlug.

Nichtsdestotrotz können die Heidmühler eine große Portion Selbstbewusstsein mit ins nächste Spiel nehmen, das bereits morgen um 15 Uhr im Klosterpark angepfiffen wird. Gegner ist der SC Melle 03.

Kathrin Kraft
Kathrin Kraft Sportredaktion, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung