HEIDMÜHLE - Der SV Wilhelmshaven II hat Ernst gemacht. Zum Bezirksliga-Derby beim Heidmühler FC im Klosterpark brachte SVW-Trainer Norbert Herrmann gleich sieben Fußballer aus der Regionalliga-Mannschaft mit – doch genützt hat es ihm nichts. Mit 3:2 behielten nämlich die Heidmühler die Oberhand und entschieden das Derby für sich.
Die zweite Mannschaft des SV Wilhelmshaven zeigte von Beginn an, dass sie die Ausleihen aus der Ersten nicht umsonst getätigt haben wollte. Sie setzte den HFC unter Druck und prüfte Gastgeber-Torwart Marcel Westerman in der fünften Minute bereits zum ersten Mal. Den ersten ordentlichen Angriff der Heidmühler präsentierten die Rothemden vier Minuten später, als erst Dardan Jashari am Torwart scheiterte, und Daniel Geisler den Ball am Winkel vorbeizirkelte.
Das erste Tor der Partie fiel in der 17. Spielminute, als die Abwehr des HFC Abdel Moneem Abou Khalil völlig frei seine Kreise im Strafraum ziehen und zum Abschuss kommen ließ. Zwar hatten die Gastgeber die Chance auf den Ausgleich (23.), Kapitän Joshua Titz legte aber noch ein letztes Mal quer auf Malte Wobbe, der schließlich am Tor vorbeischoss.
Neun Minuten später machte er es besser. Da trat er vom Elfmeterpunkt aus gegen den SVW-Keeper an und blieb Sieger des Duells. Dem vorangegangen war ein Kopfballduell im Strafraum, bei dem sich ein SVW-Abwehrspieler aufgestützt haben soll. Andere Meinungen besagten, Malte Wobbe habe seinen Gegner schlichtweg unterlaufen. Letztlich entschied der Schiedsrichter aber auf Strafstoß und der HFC kam zum Ausgleich, bei dem es trotz zweier weiterer guter Chancen bis zum Pausenpfiff blieb.
Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Gerade einmal drei Minuten waren absolviert, da gelang dem Heidmühler FC der Führungstreffer. Der erste Schussversuch von Joshua Titz wurde noch abgewehrt und kam zu ihm zurück, er legte quer, doch Malte Wobbe segelte am Ball vorbei. Das war das Glück von Lars Gundlach, der völlig alleine von außen kam und den Ball unhaltbar in die Maschen drosch.
Der Jubel war groß, hielt aber nicht allzu lang. Knapp zehn Minuten später passte die HFC-Abwehr einmal nicht auf, und schon war es passiert – Abdel Moneem Abou Khalil markierte seinen zweiten Treffer. In der 70. Minute verloren die Rothemden mit Lars Gundlach noch einen ihrer Abwehrspieler, als dieser umknickte und mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden musste, darauf reagierte der HFC aber mit dem Tor zum 3:2-Sieg. Erneut war es Malte Wobbe, der SVW–Torwart Robin Krey von halb rechts mit einem Gewaltschuss keine Chance ließ.
Entsprechend groß war auch der Jubel, als der Schiedsrichter nach rund fünfminütiger Nachspielzeit abpfiff. Damit bleibt der Heidmühler FC auf eigenem Platz ungeschlagen. Nach dem Spiel blieb der Elfmeter Thema bei Zuschauern und Verantwortlichen. 'Aus meiner Sicht war es keiner', gab HFC-Trainer Lars Klümper freimütig zu, und auch sein Gegenüber auf der SVW-Bank, Norbert Herrmann, sprach von einer Fehlentscheidung. 'Eigentlich war es ein Unentschiedenspiel', sagte der Wilhelmshavener Trainer, der auch beim Siegtreffer des HFC durch Malte Wobbe eine Abseitssituation gesehen haben wollte. 'Dann verliert man so ein Spiel, obwohl man eigentlich die spielbestimmende Mannschaft ist', sagte er.
Lars Klümper hingegen war insgesamt zufrieden mit dem, was seine Jungs gegen den alten Verein des Trainers gezeigt hatten. Mit Kampfgeist hatte sein HFC gegen einige höherklassige Spieler bestanden. Von Genugtuung wollte er indes aber nichts wissen. 'Man freut sich immer, wenn man gewinnt', erklärte er.
Heidmühler FC - SV W’haven II
3:2 (1:1)
Heidmühler FCWesterman – Eilers, Nabel, Gundlach, Wobbe, Titz, T. El-Ali, Jashari, Plagge, Janssen, Geisler.
SV Wilhelmshaven II: Krey – Sturm, Kurzawa, Eleftheriadis, Lanberty, Alhassan, Asani, Abou Khalil, Kück, Etsumori, Hyde.
Torfolge: 0:1 Abou Khalil (17.); 1:1 Wobbe (36./FE); 2:1 Gundlach (48.); 2:2 Abou Khalil (59.); 3:2 Wobbe (82.).
