Heidmühle - Die neue Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte Heidmühle ist keine Unbekannte. Marion Post hat vor einigen Jahren bereits längere Zeit als Fachkraft für Logopädie in der Einrichtung gearbeitet. Die 52-Jährige, die bis vor wenigen Wochen als stellvertretende Leitung in einer evangelischen Kindertagesstätte in Wilhelmshaven tätig war, freut sich auf die neue Herausforderung.
Marion Post ist in Wiesmoor aufgewachsen, nach der Fachschule für Sozialpädagogik in Wilhelmshaven war sie in einer Kindertagesstätte in Bant beschäftigt. Der Liebe wegen wechselte sie jedoch nach Rheinland-Pfalz, in Trier ließ sie sich auch zur Logopädin ausbilden. „Aber ganz heimisch war ich dort nie, ich mag das Maritime, den frischen Wind und die Menschen in Friesland“, sagt sie. Mit ihrem Partner lebt sie heute in Rüstersiel.
Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen, hat der 52-Jährigen viel Freude gemacht, „aber trotzdem wuchs der Wunsch, wieder ganzheitlich zu arbeiten – deshalb habe ich mich auch sofort beworben, als ich die Stelle in der lokalen Zeitung entdeckte“, sagt die neue Leiterin.
Der Übergang habe hervorragend geklappt, einen Monat lang haben die bisherige Leiterin Angela Andersen und „die Neue“ die Kindertagesstätte gemeinsam geleitet. Dass hier ein christlich wertschätzendes Menschenbild gelebt werde, ist Marion Post besonders wichtig. Sie wird in Kürze eine Weiterbildung für Leitungskräfte beginnen und freut sich schon jetzt auf die Arbeit an einem Konzept für den neuen Kindergarten, das es in Kürze zu erstellen gilt. „Aber zuerst einmal möchte ich meinen Platz zwischen den Kindern, Eltern und den Kollegen finden“, sagt die neue Leiterin, die in ihrer Freizeit gerne Sport treibt und spannende Krimis liest.
Weiterhin viel Freude daran, Neues zu entdecken
Im Arbeitsleben noch mal einen neuen Akzent setzen, dabei zugleich eine neue Balance zwischen Arbeit und Freizeit finden, das waren die Beweggründe für Angela Andersen, die Leitung in der evangelischen Kindertagesstätte Heidmühle jetzt, zum 1. September, abzugeben. Hinzu kam die Entwicklung der Kita, die ab 2023 in einen Neubau einzieht. „Es ist gut, wenn der Leitungswechsel damit nicht zusammenfällt, sondern dann schon jemand fest im Sattel sitzt“, ist Andersen überzeugt.
Angela Andersen hat sich aus der evangelischen Kindertagesstätte Heidmühle verabschiedet.
Angela Andersen freut sich auf ein Leben unter neuen Bedingungen. „Ich habe große Lust, meine freiberufliche Tätigkeit als Coach für Qualitätsentwicklung und in der Fortbildung für Kita-Leitungskräfte auszubauen. Ich brauche aber auch mehr Zeit für die Familie: Mein Mann Klaus ist schon länger im Ruhestand und gemeinsam haben wir noch viele Pläne, die jetzt verwirklicht werden sollen“, sagt die scheidende Kindergartenleiterin. Neues entdecken, ihr Aufgabengebiet voran bringen und den Mitarbeiterinnen neue Qualifikationen ermöglichen, das war ihr immer wichtig. „Ich habe immer viel Spaß daran gehabt, Neues zu lernen“, verrät sie und berichtet von etlichen Fortbildungen. Und das ist auch der Grund, warum sie sich jetzt noch in der Weiterbildung engagieren will. Zukünftig wird die 62-Jährige über die Fachstelle Kindertagesstätten in der evangelisch-oldenburgischen Kirche eine Ansprechpartnerin für viele Kindergartenleitungen sein. Aufgewachsen in Leer, war der Beruf als Erzieherin anfangs eine Lösung aus der Not heraus. Weil sie früh Mutter wurde, war sie darauf angewiesen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Aus der Notlösung wurde im Laufe der Jahre immer mehr eine echte Leidenschaft.
„Mir war es immer wichtig, etwas zu bewegen, die Kindertagesstätte als guten Ort für die ganze Familie zu gestalten“, erzählt Angela Andersen. Den Kindern gemeinsam mit den Eltern eine gute Grundlage für den Start ins Leben zu geben, das wurde ihr zum Herzensanliegen – zunächst im Kindergarten Sandelermöns und seit 21 Jahren in der Kindertagesstätte an der Weichselstraße.
„Es hat mir immer Freude gemacht, Verantwortung zu tragen, neue Ideen zu entwickeln und die Mitarbeiterinnen, die Kinder und Eltern dafür zu begeistern. Auch wenn ich manchmal schlaflose Nächte hatte, denn immerhin standen 30 Mitarbeiterinnen und 115 Kinder und ihre Familien dahinter“, sagt Angela Andersen. Zukünftig wird sie mehr Zeit für die beiden erwachsenen Kinder und die beiden Enkel haben, mit Ehemann Klaus will sie deutlich mehr Kunst und Kultur erleben als bisher, außerdem malt die Erzieherin gerne, sie näht, arbeitet alte Möbel auf, greift gerne auch mal zu Hammer und Kneifzange und hat noch jede Menge Ideen, Neues auszuprobieren.
