Schortens - „Das war’s dann also“, sagt Doris Fuhlbohm (61) und erhebt zum Abschied von Kollegen und langjährigen Weggefährten das Sektglas. Es gibt einen leichten Rosé und Lachshäppchen für die Gäste. Und natürlich rote Rosen für die nun ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schortens. Doris Fuhlbohm ist am Donnerstag bei einer kleinen Feierstunde im Rathaus in den Ruhestand verabschiedet worden.
Als „kämpferisch, stets sachlich und immer mit dem Blick für das Machbare“ bezeichnete Bürgermeister Gerhard Böhling das Wirken Doris Fuhlbohms für Schortens. Sie habe in den fast 19 Jahren – zunächst als Frauen- und später als Gleichstellungsbeauftragte – sehr viele Dinge und Themen etabliert, die in vielen Nachbarkommunen Vorbildwirkung haben. Dazu zählen die Aktionen zum wieder bevorstehenden Weltfrauentag, Aktionen für Lohngerechtigkeit zwischen Mann und Frau, Infoveranstaltungen und Maßnahmen für Berufsrückkehrinnen, Gewaltpräventionsprogramme und vieles mehr.
Seit kurzem sei die Stelle der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten ausgeschrieben, berichtete Böhling. Es habe bereits Anfragen von Männern gegeben. „Wir sind in Schortens mit der Gleichberechtigung sehr weit vorn“, so Böhling, „die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung im Rathaus für Männer und Frauen sind gleich. Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten jedoch ist die einzige in der Stadtverwaltung, bei der Männer und Frauen nicht die gleichen Chancen haben.“ Die Stelle sei Frauen vorbehalten – das sei vom Gesetzgeber so vorgesehen.
„Dass ich das Staffelholz an eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte weitergegeben kann, macht mich stolz und froh“, sagte Doris Fuhlbohm, „alles andere hätte mich auch sehr getroffen.“ Fuhlbohm kam 1978 erstmals nach Schortens, leitete ein paar Jahre lang das Jugend- und Freizeitheim „Pferdestall“, übernahm dann die Leitung des Frauenhauses in Wilhelmshaven und kehrte 1994 als Frauenbeauftragte ins Schortenser Rathaus zurück.
Trotzt Ruhestands kehrt Doris Fuhlbohm nächste Woche noch einmal nach Schortens zurück: Das Programm zum Weltfrauentag hat sie natürlich noch organisiert.
