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Wissenschaft Die Olympia-Werke und die Frauen

Henning Karasch

Roffhausen - Frauen haben einen erheblichen Anteil am Aufschwung Nachkriegsdeutschlands und speziell der Olympia-Werke in Roffhausen. Mit diesem Thema hat sich Dr. Regina Rüdebusch aus Varel befasst, die mit ihren Forschungen zur der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg den Doktorgrad erwarb.

Im Olympia-Museum auf dem früheren Werksgelände (heute Technologie Centrum Nordwest) stellte die studierte Lehrerin für Geschichte und Mathematik ihre Dissertation zur Frauenarbeit bei Olympia vor, die im Oldenburger Isensee-Verlag erschienen ist.

Einfach mal angeklopft

Dr. Regina Rüdebusch beschrieb im Gespräch mit Museumsleiter Peter Homfeldt, dem Heimatvereins-Vorsitzenden Johannes Peters und weiteren Gästen, wie sie dazu kam, sich mit der Geschichte der Olympia-Werke zu beschäftigen. Zwar gebe es in ihrer Familie keine „Olympianer“. Aber sie suchte für ihre erste Examensarbeit an der Uni Oldenburg 2008 ein regionalhistorisches Thema. „Ich dachte, ich klopfe mal beim TCN an und stieß gleich auf offene Ohren“, erinnerte sie sich. Ebenso war es beim damaligen Vorsitzenden des Heimatvereins Schortens, Alfred Amman, selbst „Olympianer“.

Dr. Regina Rüdebusch fiel bei der Beschäftigung mit dem Thema der hohe Frauenanteil in den Olympia-Werken der 1950er- und 1960er-Jahre auf. Er lag in jener Zeit, als Frauenarbeit in der Industrie noch wenig akzeptiert war, bei gut 60 Prozent. Die Doktorandin untersuchte die Wechselwirkungen zwischen Frauenarbeit und Unternehmen.

Ein Großteil der Frauen kam, wie die Männer, gleich nach der Schulzeit in die Firma. Da viele Frauen nur sechs Wochen am Band angelernt worden waren, konnten mit ihnen in der Fertigung Lohnkosten eingespart werden. Exemplarisch wertete die Historikerin Lohnzettel aus zwei Jahren aus.

Start als Laufmädchen

Viele Mädchen wurden zu Bürogehilfinnen ausgebildet. Sie begannen als Laufmädchen, die zwischen den Büros Botengänge machten. Drei Jahrgänge wurden im gewerblichen Bereich, der Feinmechanik oder als technische Zeichnerinnen ausgebildet. Die meisten Frauen blieben bis zur Geburt des ersten Kindes. Geburtsanzeigen im „Olympia-Ring“ mit Abteilungsnummern der Eltern künden davon. In dieser Zeitschrift wurde Frauenerwerbstätigkeit auch thematisiert. Es gab Tipps, wie man die Hausarbeit neben dem Beruf am besten erledigt, aber auch zu Mode und Schönheit.

Einer der Gründe, warum so viele Frauen bei Olympia anheuerten, war die Vertriebenensiedlung direkt gegenüber dem Werk in Roffhausen, aber auch die neu eingerichteten Kindergärten und die gute Erreichbarkeit des Werkes mit Bussen spielten eine Rolle.

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