Roffhausen - In den kommenden Wochen werden wöchentlich mindestens 25 Geflüchtete aus der Ukraine in Friesland ankommen. In allen Kommunen ist der Wohnraum inzwischen bereits knapp geworden. So auch in Schortens. Dort haben bislang 125 Ukrainer Zuflucht gefunden. Doch es werden noch deutlich mehr hinzukommen.
Deshalb plant die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis, eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge in der Bürgerbegegnungsstätte in Roffhausen einzurichten. In der kommenden Woche ist dort eine Info-Veranstaltung für die Anwohner geplant. Sie wurden auf dem Postweg bereits dazu eingeladen.
Freie Wohnungen werden weiter dringend gesucht
In der Bürgerbegegnungsstätte gibt es sanitäre Anlagen, eine Küche und einen großen Saal. Der soll mit Raumtrennern aufgeteilt werden, um ein Mindestmaß an Privatsphäre erzeugen zu können. „Das ist natürlich nicht optimal, deshalb wäre es toll, wenn noch freie Wohnungen gemeldet würden“, sagt Heiko Klein, stellvertretender Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes in Schortens.
Ein Großteil der bislang angekommenen Ukrainer konnte bislang in eigene Wohnungen ziehen. Doch bereits jetzt gibt es auch drei Gemeinschaftsunterkünfte, beispielsweise in Gemeindehäusern, in denen jeweils drei bis vier Familien untergekommen sind.
Der Platz reicht für 25 Geflüchtete
In der Bürgerbegegnungsstätte Roffhausen könnten 25 Menschen untergebracht werden. Bei der zu erwartenden Zahl an Geflüchteten klingt das nach einem Tropfen auf den heißen Stein. „Schortens ist aber nicht die einzige Kommune in Friesland, die jetzt gefragt ist. Wir müssen alle an derselben Stelle des Seils ziehen“, betont Klein.
In Roffhausen gibt es bereits eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge. In der ehemaligen Heinz-Neukäter-Schule, die in der Corona-Pandemie als Impfzentrum genutzt wurde, ist Platz für 100 Menschen. Derzeit sind dort laut Angaben des Landkreises 46 Menschen untergekommen. In Sande wird derzeit die gemeindeeigene Klaus-Bünting-Sporthalle zur Sammelunterkunft umfunktioniert, und in Varel werden zwei kreiseigene Sporthallen, die der BBS Varel und die Bewegungshalle der Oberschule Varel, als Sammelunterkünfte vorbereitet.
Kommen weitere Turnhallen in Betracht?
„Zum jetzigen Zeitpunkt kann der Landkreis Friesland jedoch nicht ausschließen, dass eine Belegung weiterer Objekte zukünftig notwendig sein wird“, teilte Kreis-Pressesprecherin Tanja Freesemann am Montagnachmittag auf Nachfrage mit. Aktuell gebe es jedoch keine konkreten Planungen, weitere kreiseigene Sporthallen für die Unterbringung umzunutzen.
