Schortens - Ein gelbes Rennrad ohne Sattel, ein etwas rostiges silberfarbenes Klapprad und ein Fahrradrahmen mit nur noch einer Felge – alle drei Drahtesel oder das, was noch von ihnen übrig war, haben trotz ihrer Makel am Sonnabend einen neuen Besitzer gefunden. Und noch dazu waren sie alle für jeweils fünf Euro echte Schnäppchen. So hoch war nämlich das Mindestgebot bei der Fahrradversteigerung auf dem Baubetriebshof Schortens.
Insgesamt 74 Fundfahrräder aus den vergangenen zwei Jahren brachten Bauhofleiter Frank Schweppe und seine Mitarbeiter Dennis Nagel und Georg Kaye unter den Hammer. „Wir haben das Lager leergeräumt, denn wir brauchen Platz“, erklärte der Bauhofleiter, der am Sonnabendmorgen den Auktionator mimte. „Wir haben heute alles dabei, vom Kinder- bis zum Nostalgierad“, sagte Schweppe und ergänzte: „Die Qualität ist in diesem Jahr sehr gut. Einige Räder sind sogar noch verkehrstauglich.“ Dennoch startete die Versteigerung schleppend. Frank Schweppe wies noch einmal darauf hin, dass die Räder alle nur einmal vorgestellt werden. Am Ende fand rund ein Drittel der Räder einen neuen Besitzer.
Interesse an einem neuen Fahrrad hatten auch Ruth und Jochen Eisenhauer aus Schortens. Sie wollten für ihren zehnjährigen Enkel Joel aus Castrop-Rauxel ein Kinderfahrrad ersteigern. „Für die Ferien, wenn er bei uns ist“, erklärte Ruth Eisenhauer. Am Ende schnallten Joel und seine Großeltern aber nicht nur ein Mountainbike auf ihren Auto-Fahrradträger, sondern gleich zwei – denn Jochen Eisenhauer hatte doppelt zugeschlagen: „Jetzt kann er eines mit nach Hause nehmen und das andere bleibt bei uns“, erklärte der Opa, der die Räder vorher noch fit machen wird. Das höchste Gebot waren 35 Euro. Für diese Summe ersteigerte sich Erik Stümer aus Sande ein Mountainbike – als „fast wie neu“ pries es Frank Schweppe zuvor an.
Die Vernissage von „Günter Grass und sein Lehrer Otto Pankok“ findet am Sonntag, 22. September, um 16.30 Uhr im Kunsthaus Wiesmoor, Begonienstraße 2, statt.
Die Ausstellung wird bis Sonntag, 3. November, zu sehen sein. Das Kunsthaus hat von Freitag bis Sonntag jeweils von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Weitere Informationen unter
„Insgesamt steigt die Qualität der Räder“, so Schweppe, der den Grund darin sieht, dass immer mehr Leute auf E-Bikes umsatteln. Sind E-Bikes unter den Fundrädern, werden die in aller Regel schnell abgeholt.
Das bei der Versteigerung eingenommene Geld fließt in die Stadtkasse, „um einen Teil des Aufwandes zu decken“, erläuterte Schweppe. Denn jedes Fundfahrrad kostet die Stadt 50 Euro, erklärte der Bauhofleiter – Kosten entstehen durch das Abholen, den Transport, die Einlagerung und die Präsentation auf der Versteigerung. Die Räder, die keinen Käufer gefunden haben, werden verschrottet. „Das gibt dann für uns zumindest noch Geld für das Altmetall.“ Und immerhin stehen schon wieder 40 neue Fundräder in der Lagerhalle.
