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Bürgerprotest in Schortens Anwohner kämpfen für ihren Spielplatz an der Konrad-Adenauer-Straße

Henning Karasch

Schortens - „Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen!“, war auf einem der Plakate zu lesen, die Kinder, deren Eltern und Großeltern am Samstag zum Schortenser Spielplatz an der Konrad-Adenauer-Straße mitbrachten. Aus einer Anwohnerversammlung wurde dort eine kleine Demo.

In kurzer Zeit versammelte sich eine große Gruppe Menschen, die zeigen wollte, wie wichtig ihr der Erhalt des Spielplatzes ist. Die SPD/FDP-Gruppe im Rat der Stadt Schortens hatte angeregt, den Spielplatz aus dem Sanierungsprogramm zu streichen und in Bauland umzuwidmen.

300 Unterschriften

Die Nachbarschaft hatte das Treffen und eine Online-Petition gegen die Schließung des Spielplatzes organisiert. Über 300 Bürger haben binnen einer Woche bereits unterzeichnet. Nun soll sie an den Schortenser Ausschuss für Schule, Jugend und Sport überreicht werden. Bis zwei Tage vor der Sitzung soll weitergesammelt werden.

Und das scheint kein Problem zu sein. Denn die Unterstützung aus der Konrad-Adenauer-Straße, dem Theodor-Heuss-Ring und der weiteren Hohen Gast ist unübersehbar. Die CDU-Stadträte Maximilian Striegl und Axel Homfeldt waren zum Treffen gekommen und sicherten ihre Unterstützung zu.

Der Ausschuss tritt am Donnerstag, 24. März, ab 17 Uhr im Bürgerhaus zusammen. Zwei Wochen später ist die Zukunft des Spielplatzes Thema im Verwaltungsausschuss.

Neue Bürgerbeteiligung

„Wenn die Entscheidung zugunsten des Spielplatzes fällt, kommt er in den Sanierungsplan für 2025“, erläuterte Maximilian Striegl. Die Stadt hatte 2014 einen Rutschenpark vorgeschlagen, stattdessen habe man die Rutsche vor fünf Jahren abgebaut. Vor zwei Jahren hatten Kinder bereits Bilder mit ihren Wünschen gemalt und an den Stadtrat gesandt. In der Pandemie klappte es mit einer erneuten Bürgerbeteiligung nicht.

Axel Homfeldt erinnerte am Samstag an die versprochene Sanierung und daran, dass nur die Anwohner und deren Kinder die Politiker aus diesem Versprechen entlassen könnten. Dass sie das tun werden, erschien bei diesem Ortstermin unwahrscheinlich.

Außerdem, so stellte Homfeldt weiter fest, sei es verrückt, über eine Sanierung von rund 50 000 Euro zu streiten, wenn anderswo das Geld „herausgehauen“ werde.

Auf Sanierung vertröstet

Andere Spielplätze seien für die Kinder nur über große Straßen erreichbar, und das fast ohne Bürgersteige, sagte Thomas Freimann. Er brachte eine Bürgerbefragung aus dem Jahr 2014 mit. Von 249 antwortenden Bürgern waren 99 oft auf dem Spielplatz Konrad-Adenauer-Straße.

Anne Prost sagte, sie habe Verständnis, dass ein Spielplatz nicht erste Priorität habe. „Die Kinder haben in der Pandemie aber viel durchgemacht. Da soll man ihnen nicht auch noch den Spielplatz wegnehmen“, sagte sie. Schon als sie vor sieben Jahren bei der Stadt wegen eines kaputten Klettergerüsts anrief, sei sie mit dem Hinweis auf die Sanierung laut Spielplatzkonzept vertröstet worden. Ein Jahr sei im Leben eines Kindes ganz schön lang, meinte Sylvia Lahse.

Vor Jahren seien ein Matschtisch und ein Tipi abgebaut worden. Tim Buß war vor neun Jahren durch die Stadt gefahren, um acht Spielplätze zu begutachten. Kinder hätten es verdient, sich für sie einzusetzen, stimmten seine Ehefrau Kathleen Lahse-Buß und er überein. Gerade finde ein Generationswechsel statt, und manche Familie wähle das Haus nach der Spielplatznähe aus.

Einige Anwohner fürchten zudem, dass gleich das ganze Grün drumherum mit verschwindet und dort vielleicht ein Wohnblock mit Staffelgeschoss errichtet werden könnte.

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