Schortens - Von den Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden am Montag und Dienstag hatten sich die Erzieherinnen und Sozialarbeiter deutlich mehr erhofft. Doch „die öffentlichen Arbeitgeber haben die Verdi-Forderungen für die Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsberufe pauschal zurückgewiesen, ohne selber Ideen vorzulegen, wie Entlastung und Aufwertung aussehen können“, heißt es von Seiten der Gewerkschaft. Also rief sie ihre Mitglieder wie schon vor drei Wochen erneut zum Warnstreik auf.
In Schortens blieben deshalb gestern wieder Kitas geschlossen. Rund 80 Männer und Frauen kamen am Morgen zum Treffpunkt am „Aqua Fit“. „Applaus, Applaus, reicht uns nicht aus“, riefen sie und zogen bei Schneegestöber und Temperaturen um den Gefrierpunkt los in Richtung Rathaus. Dort wollten sie noch einmal ihren Forderungen lautstark Nachdruck verleihen. So, dass Bürgermeister Gerhard Böhling, der auch Vizepräsident der kommunalen Arbeitgeberverbände ist, es hören kann.
Mehr Zeit und finanzielle Anerkennung
Die Gewerkschaft fordert eine verbindliche Festlegung von Vor- und Nachbereitungszeiten sowie Entlastungstage, um die hohe Belastung in den genannten Berufen ausgleichen zu können. Außerdem werden höhere Löhne und gezielte Aktionen gegen den Fachkräftemangel gefordert.
Das einzige Angebot der Arbeitgeber aus der zweiten Verhandlungsrunde empfinden die Beschäftigten als schlechten Scherz. „Es wurde ernsthaft die Idee geäußert, den Beschäftigten Massagen in der Mittagspause anzubieten“, sagte gestern Verdi-Fachbereichssekretär Jürgen Jakobs in Schortens.
Die derzeitigen Arbeitsbedingungen führen laut Gewerkschaft zu einem hohen Krankenstand und dazu, dass viele Beschäftigte dem Beruf den Rücken kehren.
