Schortens - Tim Niklas und Toni haben der Schortenser Jugend auf dem Skaterplatz im Park „Hohe Gast“ eine Stimme gegeben. Die beiden diskutierten stellvertretend für gut 50 Besucher am Dienstagabend mit Kommunalpolitikern über Zukunftspläne, um den beliebten Treffpunkt zu verbessern. Geschickt moderierte Sandra Gudehus, Leiterin des Pferdestall-Teams, die Premiere von „Jugend trifft auf Politik“.
Gudehus machte keinen Hehl daraus, dass es auf dem Platz nicht immer rund läuft. Es gab Polizeieinsätze, und Mitarbeiter des Zolls tauchen hier auch schon mal unangemeldet auf. Seit einigen Wochen schauen auf dem Platz Straßensozialarbeiter Marcus Gand und Sandra Gudehus vorbei und reden mit den jungen Leuten. Gudehus hatte in Absprache mit den Jugendlichen das Gespräch ins Leben gerufen, zu dem nun neben Bürgermeister Gerhard Böhling auch Vertreter von SPD, CDU, UWG und Grünen gekommen waren.
Die Jugendlichen hatten ein Thesenpapier und eine Wunschliste erarbeitet, die sie den Politikern vorstellten. Zuvor hatten sie gemeinsam den Platz gereinigt und Müll aufgesammelt. Die jungen Leute wehren sich gegen pauschale Schuldzuweisungen, denn nicht „alle Jugendlichen vermüllen den Platz“. Es sind nur Einzelne, die sich nicht an die Spielregeln halten. Die Jugendlichen, die zu diesem Treffen gekommen waren, sagten deutlich, dass es sie gewaltig störe, dass einige wenige aus der Reihe tanzten.
Die Jugendlichen fänden es gut, wenn schnell ein paar mehr Mülleimer aufgestellt werden. Sie freuen sich über ganz normale Sitzbänke und forderten einen zweiten Basketballkorb. Das Einebnen des Fußballfeldes, auf dem immer wieder Glasscherben auftauchten, wäre auch klasse.
Die jungen Leute wollen eine Gruppe gründen, die sich zum Sprachrohr für den Skaterplatz macht und die Wünsche der Jugend gegenüber der Politik artikuliert. Begrüßt wurde, dass der Streetworker in regelmäßigen Abständen auf den Platz kommt. Ziel ist es, dass bis Ende der Sommerferien ein Jugendforum auf dem Skaterplatz veranstaltet wird, dabei sollen Ideen entwickelt und Wünsche konkretisiert werden. Allen Politikern gefiel dieser Weg – denn, so ihre Ansicht: Zeiten und Ansprüche ändern sich.
