Schortens - Bleibt die Stadt Schortens staatlich anerkannter Erholungsort? Nach zehn Jahren ist das Prädikat abgelaufen, die Entscheidung, ob es erneut vergeben wird, steht noch aus. Die Leiterin des Stadtmarketings, Heide Schröder-Ward, hat im vergangen Jahr in vielen Stunden Arbeit einen neuen Antrag erstellt und im Oktober eingereicht. Nun steht noch eine Begehung mit dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems aus. Erst danach wird entschieden, ob die Stadt den Titel weiterführen darf.
Prädikat ist wichtig für die Werbung der Stadt
Staatlich anerkannter Erholungsort – das klingt nach einem Garant für einen entspannten Urlaub. „Das Prädikat ist wichtig für unsere Werbung und für unser Marketing“, betont Schröder-Ward. Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen sei es aber nicht leicht zu bekommen. Für den Antrag musste sie nachweisen, dass sich die Stadt und ihr touristisches Angebot in den vergangenen zehn Jahren weiterentwickelt haben, musste aufzeigen, was in der Zukunft geplant ist. Die Wasserqualität in der Badestelle Heidmühle und im „Aqua Fit“ sowie die des Trinkwassers wurden überprüft, außerdem ein Gutachten darüber erstellt, dass die Stadt praktisch ungezieferfrei sei.
Wichtig für das Prädikat ist zudem die Freizeitgestaltung. Rad- und Wanderwege wurden erläutert, Besonderheiten wie die Langsamstraße in Barkel vorgestellt, Historisches wie die Accumer Mühle oder die Gattersäge erwähnt. „Auch die Infrastruktur ist wichtig: Wie viele Ärzte haben wir, wie ist die Nahversorgung“, sagt Schröder-Ward. Zudem wurde der Veranstaltungskalender eingereicht – und somit eben Wert auf all die Dinge gelegt, die auch den Bürgern zugute kommen.
Auf dem neuen Gastgeberverzeichnis für 2021 durfte die Stadt wegen der noch ausstehenden Prüfung allerdings bereits nicht mit dem Prädikat „Erholungsort“ werben. „Wir haben trotzdem ein tolles Werk erstellt“, sagt Schröder-Ward. Das Team habe vermehrt den Sport, die Gesundheit und die Erholung in den Fokus gerückt, herausgestellt, wo Schortens viel zu bieten habe.
Erneute Klassifizierung als Touris-Information
„Wenn die Menschen zu uns kommen, ist es fast wie im Reisebüro.“ In längeren Gesprächen gehen die Mitarbeiter darauf ein, was sich die Gäste vom Urlaub versprechen, ob sie als Paar reisen, mit Kindern oder Hund. Dann verweisen sie auf Ziele im Stadtgebiet, im Jeverland oder dem weiteren Umland. „Wir sind natürlich auch für unsere Bürger da, haben Informationen zu Ausflügen, Zug- und Busverbindungen sowie zum Fährverkehr zu den Inseln.“
Bei unangekündigten Besuchen geben sich die Prüfer als Gäste aus, lassen sich beraten und bewerten das Ergebnis. Schortens wurde erst 2020 erneut für drei Jahre klassifiziert – eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung als Erholungsort.
