Schortens - Das Bürgerhaus und die benachbarte Stadtbücherei sollen in einem Zug modernisiert werden. Der Start hierfür soll nächstes Jahr sein. In einem gemeinsamen Antrag wollen die Fraktionen von SPD, FDP und Grünen so die Sanierung des Bürgerhauses und den fast kompletten Umbau der Bücherei für insgesamt 2,5 Millionen Euro in der Dezember-Sitzung des Stadtrates befürworten. Der ursprüngliche Plan, das Bürgerhaus über vier Abschnitte für sieben bis zehn Millionen Euro grundlegend zu sanieren, ist damit vom Tisch.
„Wir haben ein komisches Gefühl. Wir wissen nicht, was noch so auf die Stadt zukommt“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Borkenstein mit Blick auf die Pandemie. Andererseits gab er zu, vor einem Jahr begeistert von den Plänen für den großen Umbau gewesen zu sein. Das Bürgerhaus sei nicht mehr das schönste, jedoch habe die Stadt viele weitere Baustellen, die auch umgesetzt werden sollten – vom Kita-Bau bis zur Turnhallen-Sanierung, erläuterte Borkenstein den Sinneswandel.
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„Wir Grünen haben lange mit dieser Entscheidung kämpfen müssen, das Bürgerhaus ist doch ein Leuchtturmprojekt“, sagte Grünen-Sprecher Wolfgang Ottens. Die nun abgespeckte Form des Umbaus sei machbar. Schortens werde im kommenden Jahr die 20-Millionen-Euro-Schuldengrenze erreichen. „Wir werden in den nächsten Wochen sehen, was wir uns noch leisten können“, ergänzte Ottens. Man wolle einfach keine „große Hypothek für den neuen Rat“ hinterlassen, argumentierte Borkenstein. Und Elfriede Schwitters (FDP) ergänzte, wichtig sei, dass das Bürgerhaus nun als Kulturzentrum erhalten bleibe.
Der Vorschlag von FDP, SPD und Grünen lautet, den Bücherei-Umbau umzusetzen. Dafür gibt einen Zuschuss von einer Million Euro. Außerdem soll das Bürgerhaus eine neue Heizung, eine neue Lüftung und neue Fenster bekommen. Ob Zuschüsse für diese energetische Sanierung fließen und wie hoch ausfallen könnten, ist noch offen.
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Die drei Fraktionssprecher gehen davon aus, dass die Stadt 1,5 Millionen Euro finanzieren muss. Wenn Zuschüsse fließen, eben auch weniger. Außerdem sprachen sich die drei Fraktionen dafür aus, für den Bürgerhaus-Vorplatz die Variante mit dem „roten Teppich“ umzusetzen. Der Platz soll vernünftig gestaltet und die Anordnung der Parkplätze übersichtlicher sein; ein Klinkerstreifen führt die Besucher dann von der Menkestraße am Hotel vorbei zum Bürgerhaus – eventuell an Alleebäumen vorbei und mit Lichteffekten aus dem Untergrund. Außerdem berichteten die drei Sprecher, dass der Hotelinvestor ebenfalls 2021 startet, sodass Hotelneubau, Vorplatz-Gestaltung und Bürgerhaus-Umbau auf einen Schlag umgesetzt werden. Der Plan sieht das vor, nun müssen die Ausschreibungen laufen.
