SCHORTENS - 'Wir wollten gestern noch mit einem Lkw üben, daraus ist dann ein Auto mit Wohnwagen geworden. Kein Vergleich zu diesem Bus', sagt der Mannschaftsführer der Sander Trucker. Auch ohne den Brummi waren die durchtrainierten Kraftprotze aus Sande ziemlich schnell. Sie zogen am 14 Meter langen Seil den zwölf Tonnen schweren Linienbus innerhalb von 19,88 Sekunden über die 25 Meter lange Strecke. Das bedeutete am Ende Platz zwei. Die Sander trugen T-Shirts, die die Gegner verunsichern sollten: New York, Rio, Tokyo, Cäci. Doch ihre Rechnung hatten die Sander ohne die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Schortens gemacht. Die griffen zum Seil, trabten wie die jungen Götter über den Asphalt und waren logischerweise in ihrer Heimatstadt nicht zu schlagen. Mit einer halben Sekunde Vorsprung holten sich die Männer um Teamleiter Ralf Schmittmann den Pokal und den Sieg. Kraft und eben auch zugkräftige Beinarbeit zahlten sich aus.
Hunderte von Zuschauern säumten gestern Nachmittag diese Rennbahn auf der Ladestraße beim sogenannten Buspulling, beim Busziehen. Ein weiterer Höhepunkt des Oktoberfestes, der für eine Reisengaudi sorgte. Teilweise in fünfer Reihen standen die Menschen an der Ladestraße.
Zwölf Mannschaften gingen an den Start bei dieser 'total verrückten Sportart'. Die Ruhe weg hatte Busfahrer Johann Bokker. Er nutzte die 250 Pferdestärken seines Busses nur beim Rückwärtsfahrern auf die Halteposition.
Altbürgermeister und Ehrenbürger Peter Torkler fungierte als Starter, während Heino Krüger als Moderator durch diesen Wettbewerb führte. Die jeweiligen Mannschaftsführer feuerten gemeinsam mit dem Publikum ihre Zugpferde an. 'Die Schwierigkeit besteht daran, den Bus erstmal ins Rollen zu bekommen', schilderte ein Teilnehmer. War das geschafft, drehte sich das Team am Seil auch sofort in die andere Richtung und gab Hackengas.
Bei den Frauen gewann Blue Women den Pokal und einen Karton Sekt, Platz zwei ging an die Frauen aus den städtischen Kindergärten.
