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Treffpunkt in Schortens Das haben sich Jugendliche und Politik zu sagen

Annette Muschalik

Schortens - In den langen Monaten des Shutdowns ist es voll geworden auf dem Skaterplatz „Hohe Gast“. Vielleicht sind auch deshalb die Probleme dort drückender geworden. Moderiert von Sandra Gudehus, Leiterin des Pferdestalls, hatten deshalb rund 20 Jungen und Mädchen für Dienstagabend Vertreter des Rates eingeladen, um mit ihnen über diese Probleme zu sprechen und nach Lösungen zu suchen.

Vielen, die dort regelmäßig ihre Freizeit verbringen, liegt der Platz sehr am Herzen. „Wir können hier an der frischen Luft sein, Sport machen, chillen und dabei vor allem unter uns sein, nicht um Mist zu bauen, sondern um ungestört über das sprechen zu können was uns beschäftigt“, so der 19-jährige Toni Riedel.

Was sind die Wünsche?

Die Jugendlichen hatten sich gut vorbereitet und eine Liste an Wünschen, Hilfegesuchen und eigenen Ideen vorbereitet, die sie den Vertretern der verschiedenen Ratsparteien vorstellten.

Von neuen Bänken über die Errichtung eines 2. Basketballkorbes und der Überarbeitung der Skaterelemente bis hin zum Ebnen des Fußballfeldes reichen ihre Wünsche. Hilfe erhoffen sie sich aber auch bei der Müllentsorgung und hier insbesondere beim Entfernen der Glasscherben aus den Rasenflächen und dem See. Wichtig ist den Jugendlichen in diesem Zusammenhang, dass sie nicht immer wieder pauschal verurteilt werden.

„Für Müll und Scherben wird immer DEN Jugendlichen die Schuld gegeben, dabei sind es Einzelne, die diesen Mist machen und wo es geht, versuchen wir auch sie anzusprechen, das klappt aber nicht immer“, so Toni Riedel.

Hinzu kommt, dass mit nur einem Mülleimer, der von der Stadt gelehrt wird und bis zu 50 Jugendlichen, die sich dort am Tag aufhalten, eine ordnungsgemäße Müllentsorgung schwierig ist.

Reaktionen der Politik

Bei den anwesenden Ratsmitgliedern von CDU, SPD, Grünen und UWG stieß das Gespräch auf positive Resonanz. „Für mich ist wichtig, dass ihr euch selbst einbringt, denn dann werdet ihr auch besser gehört“, so Melanie Sudholz (CDU). Auch Stephan Heiden von der UWG betonte, dass es wichtig sei, einen „ständigen Draht“ zu entwickeln und nicht erst, wenn es bereits brennt. „Ihr könnt jederzeit Anregungen in den Ausschuss für Schule, Jugend und Sport einbringen – nutzt das.“

Bürgermeister Gerhard Böhling zeigte sich vor allem darüber erfreut, dass der Platz so gut angenommen wird und dass die Wünsche alles in allem keinen großen finanziellen Kraftakt erfordern, da die Basis bereits gelegt ist. Eine Priorisierung der Wünsche sei allerdings von Nöten, so Udo Borkenstein (SPD), da die bisherige Liste ja mehr „Wunschkonzert“ sei. Er fügte hinzu: „Wenn auf dem Bauhof allerdings gerade Bänke zur Verfügung stehen, sollten diese auch sofort aufgestellt werden.“

Wie geht es weiter?

Seit Mitte April erhalten die Jugendlichen Unterstützung durch Marcus Gand, der ihnen mit zehn Stunden als Streetworker zur Seite steht. Ende August wird das Team des Pferdestalls außerdem ein Jugendforum auf dem Platz veranstalten, bei dem Ideen und Lösungsansätze konkret und strukturiert mit den Jugendlichen erarbeitet werden sollen. Soweit möglich werden auch Fachleute zum Beispiel vom Bauhof daran teilnehmen. Begleitet wird das Forum außerdem von Alice Düwel, die als Netzwerkbeauftragte für Friesland in einem Verbundprojekt der Jade Hochschule und der Hochschule Kempten an der Entwicklung einer Partizipationsapp für Jugendliche arbeitet. Erste Ideen zur Gründung einer „Kümmerer-Gruppe“ und regelmäßigen gemeinsamen Reinigungsaktionen konnte sie bereits mitnehmen. „Bei dem Forum wird es auch darum gehen, grundsätzlich die Situation der Jugendlichen in der Stadt zu hinterfragen und über Formen der Jugendbeteiligung zu sprechen“, ergänzte Sandra Gudehus. Die Ergebnisse sollen schließlich bei einem gemeinsamen Grillen den Ratsvertretern präsentiert werden.

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