Schortens - „Ziel ist es, das Glasfasernetz möglichst zu Beginn des neuen Schuljahres in die Klassenräume zu bringen“, heißt es im Bericht der Verwaltung zum „Digitalpakt Schulen“. Das Thema, zu dem es noch viele Fragezeichen gibt, wurde jetzt im Ausschuss für Schule, Jugend und Sport unter dem Vorsitz von SPD-Ratsherr Tobias Masemann diskutiert.
Engpässe bei der Beschaffung der erforderlichen Hardware könnten beispielsweise dieses Ziel gefährden, heißt es im Bericht weiter. Denn anscheinend werden auch Netzwerkkabel schon knapp.
Ungeachtet dessen stellte Sachbearbeiter Andreas Stamer die verschiedenen Schritte vor. Ein Planungsbüro untersucht den Ist-Zustand der technischen Infrastruktur und entwirft mit den Schulleitungen einen Plan, um die Kapazität des Glasfasernetzes von der Hauswand der Schule in die Klassenzimmer zu bringen. Denn alle Unterrichtsräume sollen digital angebunden werden.
Da diese Strippen hauptsächlich in den Schulferien gezogen werden können, rechnet Andreas Stamer damit, dass im Herbst 2022 dieser Teil des digitalen Pakts in den sieben Grundschulen der Stadt fertig ist. Dann kommt in einem weiteren Schritt die technische Ausstattung wie digitale Schultafeln und mobile Endgeräte.
Der Bedarf für die sieben Schulen liegt bei 67 digitalen Boards für die Klassen- und Fachunterrichtsräume. Das kostet dann richtig Geld: geschätzt 500 000 Euro.
Mit Blick auf die Haushaltslage der Stadt und den Fortbildungsbedarf der Lehrerinnen und Lehrer soll eine Umstellung über mehrere Jahre erfolgen. Denkbar wäre es, jede Grundschule im ersten Jahr mit jeweils zwei interaktiven Tafeln auszustatten, schlägt Stamer vor.
Die Stadt werde sich dem Landkreis Friesland anschließen, der eine europaweiter Ausschreibung der digitalen Boards plant. Die Digitalisierung kostet aber noch mehr: Klassensätze mit 25 iPads und entsprechenden Lizenzen liegen bei 100 000 Euro. Klar, das gibt die Stadtkasse im Augenblick auch nicht so einfach her. SPD-Ratsherr Detlef Kasig freute sich, dass „endlich Wums“ in die Sache, die die SPD-FDP-Gruppe mit den Grünen bereits 2018 beantragt habe, komme.
Für UWG-Ratsherr Stephan Heiden sollte das Geld schnell investiert werden, „um den Lernerfolg zu fördern“. Auch CDU-Ratsfrau Melanie Sudholz war froh, dass es losgehe. „Am Ziel sind wir noch lange nicht. Da geht mehr – da muss mehr Feuer unter den Kessel.“
In einigen Monaten soll es einen Fahrplan geben, der die einzelnen Schritte in den Grundschulen dokumentiert, versicherte Stamer.
