Schortens - Der Boom hält an: Fahrräder erleben eine Renaissance. Das „Pett man sülm“ wird in der Freizeit, aber auch als Fortbewegungsmittel zur Arbeit oder zum Einkauf genutzt. Die motorisierte Variante als E-Bike erfreut sich steigender Beliebtheit.
„Das Verkehrsmittel Fahrrad gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es ist ökonomisch, gesundheitsfördernd, umweltschonend und flexibel. Dagegen erfüllen viele Verkehrsflächen nicht mehr die Voraussetzungen, um sie mit dem Fahrrad vernünftig und sicher nutzen zu können“, heißt es im Antrag der SPD-FDP-Gruppe im Stadtrat. Ziel ist es, ein Fahrradkonzept für die Stadt zu erstellen.
Im Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt fiel der Antrag auf goldenen Boden. Alle Fraktionen begrüßten diese Initiative. Die Förderung des Fahrradverkehrs müsse künftig in allen Belangen der städtischen Planungen mehr berücksichtigt werden, jahrzehntelang habe bei den Planungen stets das Auto den Vorrang gehabt, so die einhellige Meinung.
Bei neuen Straßen müsse „einfach genügend Platz für Radfahrer eingeplant werden“, lautete ein Vorschlag. Wolfgang Ottens (Grüne) wies noch mal darauf hin, dass es eigentlich keinen ausgeschilderten Radweg in Schortens gebe – Radfahrer würden lediglich auf Fußwegen geduldet. Von Elfriede Schwitters (FDP) bis zu Thomas Labeschautzki (SPD) und Ralf Thiesing (CDU), alle waren sich einig, dass das Verkehrsmittel Rad mehr und besser gefördert werden muss. Die Stadtverwaltung bekam den Auftrag für ein Fahrradkonzept. „Wir werden die Erfahrungen anderer Städte nutzen und ein Konzept erstellen“, versicherte Bürgermeister Gerhard Böhling. Damit nicht am radelnden Bürger vorbei geplant wird, sollte es auch Bürgerbeteiligungen in Form von geführten Radtouren durch Schortens geben, heißt es im SPD-FDP-Antrag, der mit großer Mehrheit angenommen wurde. Man will bei dem Fahrradkonzept die Wünsche von fahrradfahrenden Bürgern hören und, wenn möglich, auch ins Konzept mit einarbeiten.
