SCHORTENS - Die Opposition bemängelte das Fehlen einer sozialen Staffelung für das Modellprojekt des Feriengartens. Der Rat verständigte sich auf eine Härtefall-Regelung.

Von Oliver Braun

SCHORTENS - Der schwammige Begriff vom „Bündnis für Familie“ wird in Schortens immer mehr mit Leben erfüllt: In den Sommerferien von Mitte Juli bis Ende August will die Stadt erstmals einen Feriengarten anbieten (die NWZ berichtete). Der soll im Jugendheim am Klosterpark eingerichtet werden und Kinder ab drei Jahre bis einschließlich Grundschulalter aufnehmen. Schortens will berufstätigen Eltern damit die Möglichkeit der Kinderbetreuung auch während der mehrwöchigen Pause an Schulen und Kindergärten bieten.

Das Modellvorhaben des Feriengartens trifft im Schortenser Rat auf breite Zustimmung aller Fraktionen – ein bisschen lauter debattiert wurde darüber auf der Ratssitzung im Bürgerhaus dennoch: Während die Mehrheitsgruppe (CDU, FDP, UWG und BfB) kein „bürokratisches Monster“ schaffen und keinen zu großen Verwaltungsaufwand produzieren wollte, haben Grüne, Linksbündnis und SPD Kritik an der Entgelthöhe von pauschal 50 Euro pro Woche Kritik geübt, weil sie eine soziale Staffelung für den Feriengarten vermissten: „Mit dem Pauschalbetrag wird der Personenkreis der Geringverdiener ausgeschlossen, der sich die Gebühren nicht leisten kann“, monierte Mike Schauderna (Linksbündnis). Utta Schüder (Grüne) berichtete aus ihrer Erfahrung als Grundschullehrerin, dass manche Eltern nicht einmal die fünf Euro übrig hätten, um ihren Kindern einen Klassenausflug zu bezahlen. Auch die SPD hielt den Festbetrag ohne Blick auf Einkommensverhältnisse der Eltern für „wenig familienfreundlich“.

Gemeinsam mit der Mehrheitsgruppe verständigten sich die Fraktionen auf einen Kompromiss. Der sieht vor, dass in sozialen Härtefällen Ausnahmeregelungen von der pauschalen Gebühr getroffen werden können.

Eltern, die das Angebot des Feriengartens nutzen wollen, sollten ihr Interesse an einem Platz bis 1. Mai im Rathaus schriftlich anmelden. Der Feriengarten bietet während der Sommerferien Betreuung von montags bis freitags jeweils von 8 bis 13 Uhr – Frühstück und Unternehmungen inklusive.

Weiter voran geht es auch mit der Betreuung der Kleinkinder in Schortens. Zum Sommer will die Stadt eine zweite Krippengruppe mit etwa 15 Plätzen in den Räumen der Grundschule Schortens anbieten. Die Nachfrage nach den Plätzen sei sehr groß, so Bürgermeister Gerhard Böhling. „Vielleicht ziehen wir das Vorhaben vor und fangen demnächst schon mal mit sieben Kindern an.“