SCHORTENS - Die Stadt Schortens muss mit Blick auf ihre Finanzen ein „Streichkonzert“ anstimmen – und das wird „in Moll“ erklingen: In der Sitzung des Schortenser Finanz- und Wirtschaftsausschusses wurden alle Fachausschüsse der Stadt aufgefordert, ihre Budgets für das nächste Jahr zu durchforsten und sämtliche Investitionsvorhaben auf den Prüfstand zu stellen.

Nach den Anmeldungen aus den Fachbereichen wären 2009 Gesamtinvestitionen in Höhe von 4,334 Millionen Euro zu veranschlagen. Rund 3,1 Millionen Euro müsste sich die Stadt dafür auf dem Kapitalmarkt beschaffen, die Nettoneuverschuldung würde um mehr als 2,1 Millionen Euro steigen, rechnete Kämmerer Winfried Schulte vor. „Das muss auf jeden Fall vermieden werden“, sagte Ausschussvorsitzender Horst-Dieter Freygang (CDU) und fordert, den Rotstift anzusetzen. Insgesamt stehen laut Schulte 2009 für Investitionen nur 1,9 Millionen Euro zur Verfügung.

In seiner Prognose für 2009 für die laufenden Ausgaben der Stadt geht Kämmerer Schulte von einer Lücke in Höhe von 840 000 Euro aus – ursprünglich war in das Gesamtvolumen von 24,39 Millionen Euro ein Fehlbetrag von 577 000 Euro kalkuliert. Mit dem Fehlbetrag des Vorjahres würde die Lücke auf fast 1,5 Millionen Euro anwachsen.

Ursache für Schortens’ Finanzprobleme: Die vielen öffentlichen Einrichtungen und Angebote der Stadt kosten eine Menge Geld, die Personalkosten steigen und auf der anderen Seite sieht es mit den Einnahmen eher mau aus. „Vor allem die Gewerbesteuern sind vergleichsweise schwach“, sagte Peter Eggerichs (SPD).

Bis zum Dezember muss die neue, abgespeckte „Partitur“ vorliegen, dann will der Rat den Haushalt verabschieden. Bürgermeister Gerhard Böhling regte an, durch den Verkauf von städtischem Vermögen die Einnahmen zu verbessern.