SCHORTENS/HANNOVER - „Alles Gute für die Zukunft der Hauptschule Schortens“ hat ihnen Ministerpräsident Christian Wulff auf eine Autogrammkarte geschrieben. Philipp Schreff, Rieke Schmidt und Alexander Gerdes aus der 10 b der Hauptschule Schortens berichten stolz, wie sie den Regierungschef am Tag vor der Landtagswahl in Hannover noch für ein kurzes Interview abpassen konnten und wie gut informiert sich Wulff über die Schulsituation in Friesland im Allgemeinen und die ihrer Hauptschule im Besonderen zeigte.

Auch Niedersachsens FDP-Spitzenkandidat Dr. Philipp Rösler, den die Schortenser ebenfalls interviewten, hinterließ bei den Schülern aus Schortens einen positiven und sympathischen Eindruck.

Dabei war das Treffen mit Wulff und Rösler eigentlich gar nicht vorgesehen. Schließlich hatte das Niedersachsen-Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung, der man eine Nähe zur Union nun wahrlich nicht unterstellen kann, zu einem Landtagswahl-Reporterseminar eingeladen. 20 Gymnasiasten, Real- und Hauptschüler aus ganz Niedersachsen waren dabei. Unter den Teilnehmern aus Osnabrück, Stade und Winsen/Luhe auch die von Klassenlehrerin Bettina Vogt angeführte Schülergruppe der Hauptschule Schortens.

Mit gründlicher Zeitungslektüre und Internet-Recherche haben sich die Zehnklässler auf ihre Reise zum Wahlkampf-Showdown vorbereitet, um vor Ort den Dingen auf den Grund zu gehen, Informationen zurückzuverfolgen und Zusammenhänge zu durchschauen. Im eng geschnürten Terminplan standen Gespräche u. a. mit dem Grünen Landtagskandidaten Helge Limburg auf dem Plan, der sich mit seinen Ansichten contra Hauptschule und pro Integrierte Gesamtschule bei den Schortenser Schülern allerdings kaum Freunde machte.

Gespräche führten die Nachwuchsreporter auch mit einem Mitarbeiter der SPD-Wahlkampfzentrale Hannover und mit dem SPD-Spitzenkandidaten Wolfgang Jüttner. Schwerpunktthemen waren der Jade-Weser-Port und die Bildungspolitik. Am Wahlsonntag besuchten die Schortenser – die selbst noch nicht wählen durften – zwei Wahllokale in der Landeshauptstadt, verfolgten die Auszählung der Briefwahlunterlagen im Neuen Rathaus und schauten bei den Wahlpartys von SPD und FDP und am Tag danach zur Wahlnachlese in der Zentrale der CDU vorbei. Im Lauf des ganzen Projektes stellten sie fest, dass ihre politische Meinung tatsächlich bei der anderen Partei besser aufgehoben ist als bei jener, für die sie zuvor Sympathien hegten.

Trotz aller Begeisterung und Neugier, Reporter wollen die Schüler dennoch nicht werden: „Das ist ja ein Wahnsinnsstress“, sagt Philipp Schreff.

Christian Wulff, Wolfgang Jüttner und Philipp Rösler standen Rede und Antwort