SCHORTENS - Die CDU-Fraktion zieht die Reißleine beim Leinenzwang in Schortens: Hunde dürfen sich demnach auch künftig in allen Wohnbereichen unangeleint bewegen. Das ist einer von mehreren Beschlüssen, mit denen sich der Bau- und Umweltausschuss zum Thema Hundehaltung am Mittwochabend im Bürgerhaus befasst hat.

Wie sehr bei dem Thema Hundehaltung seit Wochen in Schortens die Emotionen hochkochen, zeigte der in der Stadt bislang beispiellose Andrang von Bürgern bei einer öffentlichen Ausschusssitzung. Die Stadt erlebte ihre turbulenteste Debatte der vergangenen Jahre. Ausschussvorsitzender Wilfried Sutorius (FDP) schien vom Andrang „überrascht“ und war mit der Situation komplett überfordert.

Auch die Fraktionen gingen nicht zimperlich miteinander um: Manfred Buss und Michael Labeschautzki von der SPD sowie Heinz Knefelkamp und Janto Just für die BfB rupften den CDU-Antrag zum verschärften Leinenzwang buchstäblich auseinander und forderten zudem, das laut CDU-Antrag erforderliche Geld für eine neue „Hunde-Polizei“ lieber in die Jugendtreffs zu investieren.

Doch es nützte nichts: Der Bußgeldkatalog wird wohl kommen: Wer die zurzeit von Rat und Verwaltung neu formulierten Spielregeln in der Hundehaltung missachtet und beispielsweise Wege und Plätze mit Hundedreck verunreinigt oder Hunde frei laufen lässt, wo die Vierbeiner laut Hundesatzung anzuleinen sind, wird künftig zur Kasse gebeten. Just sprach von einem diskriminierenden Antrag, bei dem wieder nur die Hundehalter herausgepickt würden.

Zu den neuen Spielregeln gehören allerdings auch neue Spielfelder: So soll das gesamte Huntsteertgelände – wie von der Initiative „Leinen los in Friesland“ gewünscht – mit einem Wildschutzzaun eingezäunt und nun auch offiziell als Freilauffläche für Hunde ausgewiesen werden. In der Hohen Gast hat die Anleinpflicht weiterhin Bestand, allerdings soll die dortige Sandfläche eingezäunt und ebenfalls als Freilauffläche für Hunde dienen.

Ein weiterer Bericht folgt.