SCHORTENS - Von wegen bayrisch angehaucht: Diese Ansage von Bürgerhaus-Leiter Uwe Burgenger ließ der bayrische Wortakrobat Willy Astor schon gar nicht auf sich sitzen. Er kann auch auf Fränkisch lästern oder mit der „Hessen-Hymne“ akzentfrei auf hessisch babbeln. Was er mit Sprache anstellt, lässt selbst das Schortenser Publikum schwindelig werden – vor Lachen.
Doch zunächst geht er mal locker ins Publikum und macht sich bekannt: „Einen hübschen Pullover haben sie an – der kommt wieder.“ Und die Lehrerin aus Wilhelmshaven, die ihm nicht so recht verraten will, welche Fächer sie unterrichtet, findet sich dann mit den Lernfeldern als Running-Gag in vielen Nummern des Abends wieder.
Locker bringt Astor 141 Filmtitel in einem Text unter. „Einer der Vögel wurde vom Winde verweht. Wollen sie wissen, wers war? A Star wars.“ Und wenn die Besucher ihm nicht so schnell folgen können, wenn er skurrile Pointen abschießt, ist er auch schon mal beleidigt: „Ich denk mir hier Sachen aus für euch – und dann lasst ihr mich so hängen.“ Zum Schreien komisch sind seine Parodien auf bekannte Lieder – wie „Volare“ (Der Ausguss ist voll Haare), „Living next Door to Alice“ (Ich frag mich, warums draußen scho so hell is) oder „Angie“ („Ein Ski – wo der zweite ist, weiß i ned“).
Vom einfachen Kalauer über den absurden Wortwitz bis hin zur artistischen Sprachakrobatik hat sich bei Willy Astor in 25 Jahren einiges angesammelt, was er jetzt noch einmal als „Tonjuwelen“ auf den Markt bringt. Mit stehendem Applaus belohnte das Publikum den bayrischen Wortverdreher. Und der revanchierte sich mit einer halbstündigen Zugabe, bei der dann wirklich kein Auge mehr trocken blieb.
