Schortens - An diesem Donnerstag wird im Familienzentrum „Pferdestall“ Abschied gefeiert. Nach vier Jahren als Leiterin des Hauses hat Sandra Gudehus am Freitag ihren letzten Arbeitstag in Schortens. Die 52-Jährige verlässt Friesland und zieht ins rheinland-pfälzische Montabaur. Ihr Mann ist Soldat und dorthin versetzt worden. „Auf Dauer ist die Entfernung einfach zu groß und die Fahrerei zu anstrengend“, erklärt Gudehus ihre Entscheidung, Schortens zu verlassen. Ganz leicht fällt ihr der Abschied nicht.
Neuer Job bedeutet für Sandra Gudehus eine Umstellung
In Montabaur wird die Sozialpädagogin im Jugendamt arbeiten. Das wird zunächst eine Umstellung werden. „Die Arbeit im Jugendzentrum ist präventiv, das Jugendamt kommt häufig erst ins Spiel, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, sagt sie.
Leider sei ein Großteil ihrer Zeit im „Pferdestall“ von der Corona-Pandemie geprägt gewesen. „Eine Erfahrung, auf die ich gerne verzichtet hätte. Das hat Nerven gekostet“, sagt sie. Das Haus musste lange geschlossen bleiben, konnte nur nach und nach wieder öffnen.
Während Corona in Schortens die digitale Jugendarbeit intensiviert
In dieser Zeit wurde die digitale Jugendarbeit intensiviert. „Wir haben Youtube-Videos gedreht, WhatsApp-Gruppen zum Austausch eingerichtet und vieles mehr“, erzählt Gudehus. Jetzt, wo sich langsam alles wieder normalisiere, habe sich das Publikum im „Pferdestall“ geändert. „Es kommen jetzt mehr deutlich jüngere Besucher.“
Gerne denkt die Pädagogin an Projekte wie das Jugendforum zurück. „Es gab Stress im Park Hohe Gast“, erzählt sie. Der Skaterplatz dort war Treffpunkt von Jugendlichen, die besonders in der Coronazeit kaum Orte hatten, an denen sie sich treffen konnten. Doch Scherben und Müll blieben liegen. Gemeinsam mit den Jugendlichen suchte sie das Gespräch mit der Öffentlichkeit, mit Politikern. „Wir wollten, das miteinander und nicht übereinander geredet wird“, erklärt sie. Das hat geklappt. Es ist wieder Ruhe eingekehrt.
„Dieses situationsbedingte Arbeiten, das werde ich vermissen“, sagt Sandra Gudehus.
