SCHORTENS - SCHORTENS - Vor einigen Jahren konnten sich die Dirks-Schwestern noch regelmäßig auf Fotos in der örtlichen Presse bewundern. Kein Wunder – schließlich repräsentierten sie als Mühlenköniginnen der Jahre 2002 und 2003 die Gemeinde Schortens und mussten auf zahlreichen Festen „Flagge“ zeigen.

Heute erinnern nur noch Zeitungsausschnitte an die ereignisreichen Monate im Leben der Schwestern. „Das Jahr als Mühlenkönigin war lustig und hat mir viel Spaß gemacht“, sagt Kirsten Dirks (25) heute rückblickend. Auch Schwester Mareike (23), Regentin im Jahre 2002, erinnert sich gerne an ihre Zeit als Mühlenkönigin: „Da habe ich viele Leute kennen gelernt, und gelernt, was es heißt, zu repräsentieren.“

Für beide hat schon bei der Wahl nur der Spaßfaktor gezählt. „Ich habe das Ganze eigentlich aus einer Laune heraus, ohne Berechnung gemacht“, sagt Mareike. Natürlich hat auch die Aussicht auf den kostenlosen Dienstwagen gelockt. „Wenn ich bei der Wahl verloren hätte, wäre für mich die Welt aber nicht untergegangen“, sagt Kirsten.

Im Gegensatz zu einigen auswärtigen Mitbewerberinnen, die das Amt anscheinend als Sprungbrett für eine Modelkarriere ansahen. „Das war der reinste Zickenterror mit Einschüchterungen am laufenden Band“ , wie sich Mareike heute noch ungern erinnert. Bekanntlich hat der Mobbingversuch nicht gefruchtet und die auswärtigen Schönheiten mussten die Segel streichen.

Ein Sprungbrett für eine Karriere als Fotomodell oder einen Eintieg ins Showgeschäft war die Königinnenzeit weder für Mareike noch für Kirsten. Kirsten arbeitet heute als Industriekauffrau bei der Kartonfabrik in Varel. Dort bewohnt sie mit ihrem Freund ein Haus und träumt von einer Familie mit Kindern. Mareike verdient ihr Geld als Arzthelferin in Schortens. Gemeinsam mit ihrem Freund baut sie in ihrer Heimatstadt derzeit ein Haus.

„Ich kann jeder jungen Frau, die es sich zutraut, nur raten, sich als Mühlenkönigin zu bewerben“, sagt Mareike. Ein zweites Mal würden die beiden aber nicht kandidieren.

„Ich glaube, dann würden uns die Leute auf der Bühne mit Eiern bewerfen, denn so etwas gehört sich nicht“, lacht Kirsten.