SCHORTENS - Schortens hat die Stadtwette gegen den NDR gewonnen. Wie berichtet, kamen mit 277 Leuten (darüber hinaus war übrigens auch ein Hund dabei) in Badebekleidung der 1960er und 1970er Jahre, 27 mehr als vom Sender gefordert. Der Jubel war groß, die Party noch größer. So eine Riesenfete hat Schortens wohl noch nicht gesehen, geschätzte 10 000 Besucher waren dabei und die letzten feierten bis tief in die Nacht mit Harpo, Hot Chocolate und Lady Sunshine und the Candy Kisses.
'Ich habe noch nie so viele Leute vor dem Bürgerhaus gesehen', zeigte sich Bürgermeister Gerhard Böhling beeindruckt. Warum gerade Schortens für die Stadtwette ausgewählt worden war, wusste er nicht zu sagen. Er sei völlig überrascht gewesen, als Anfang Juni der Anruf kam. Innerhalb eines Tages habe man sich entscheiden müssen, berichtete er. Allerdings wurden da noch nicht die Aufgaben genannt. Die Vorbereitung lag dann beim Stadtmarketing. Heide Schröder-Ward hatte aber vor allem in der vergangenen Woche rund um die Uhr zu tun, denn erst am Montag erfuhr die Stadt die Aufgabe. Dann waren Bauhofleiter Frank Schweppe und sein Team mit Fantasie und Tatkraft gefragt, als es darum ging, vor dem Bürgerhaus eine Strandlandschaft entstehen zu lassen. Mit im Boot waren etliche Freiwillige und viele Ehrenamtliche aus den Vereinen, die alle ordentlich mit anpackten.
Zudem mussten rund 90 NDR-Mitarbeiter – vom Kabelträger bis zum Künstler – untergebracht werden. Leider war in Schortens selbst nichts zu machen, das Hotel war wegen einer Familienfeier komplett ausgebucht. So wurden die Leute in Jever und in Sande einquartiert.
'Es war aufregend, es war hektisch, es war richtig anstrengend und es war richtig toll – und jetzt bin ich hundemüde', zog Heide Schröder-Ward gestern Bilanz. Der erste Teil der Aufgabe, der Bau der Strandlandschaft, sei ja planbar und überschaubar gewesen. 'Aber die Aufgabe, 250 Leute in Badebekleidung vor die Kamera zu kriegen, empfand ich als enorm schwierig. Nicht jeder mag sich ja mit so wenig am Körper präsentieren', sagte die Leiterin des Stadtmarketings. Umso mehr freute sie sich über die große Unterstützung aus der Bevölkerung. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der offiziellen Zahl ging der Jubel los. 'So muss man sich fühlen, wenn man im Lotto gewinnt', sagte Schröder-Ward. Unterdessen sah Frank Schweppe die Dinge schon Samstagabend ganz gelassen: 'Ab Montag werden wir alle die Dinge erledigen, die in den letzten Tagen wegen der Stadtwette liegen geblieben sind.'
