Schortens - Die Fronten zum Thema „Bebauung in der Wohnsiedlung Upjever“ sind verhärtet. Auf der einen Seite wollen Anwohner der Englischen Siedlung unbedingt eine weitere Bebauung im südöstlichen Bereich verhindern. Auf der anderen Seite möchte die Friesenpark GmbH als Investor an der geplanten Bebauung der Wohnsiedlung festhalten.
Auch mit einem geänderten Plan des Investors, der den Erhalt vieler Bäume vorsieht und am Mittwochabend in der Ausschusssitzung für Planung, Umwelt und Bauen vorgestellt wurde, zeigten sich die Anwohner und manche Ausschussmitglieder nicht zufrieden.
Ursprünglich sah der Bebauungsplan von 2015 auf dem Gebiet noch eine Anliegerstraße als Sackgasse mit einem Wendehammer bei einer geplanten Straßenbreite von sieben Metern vor. Bei dieser Planung hätten aber insgesamt sechs Bäume gefällt werden müssen. Zwölf Bäume wären zudem stark bis sehr stark von den Bauarbeiten gefährdet gewesen.
Anwohner-Protest
Nach Protesten vieler Anwohner gegen eine Rodungsaktion im Frühjahr, hatte die Friesenpark GmbH eine Alternative ausgearbeitet: Die Straßenführung wird verlegt, Versorgungsleitungen verlaufen auf der rechte Straßenseite, sodass der Ausbau der Anliegerstraße verträglicher sei und mehr Bäume erhalten werden könnten. Durch die Änderung des ursprünglichen Bebauungsplans müssten nur noch vier Bäume gefällt werden.
Doch auch das waren den Grünen bereits zu viele Bäume. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Ottens betonte in der Sitzung, dass er den Änderungsantrag ablehne, da die Siedlung erhaltenswert sei und nicht noch weiter in die Natur eingegriffen werden solle. „Für uns ist das keine Verbesserung“, so Ottens. Ralf Thiesing (CDU) verdeutlichte, dass die Friesenpark GmbH in der Siedlung ohnehin bauen werde, daher sei die Alternative eine Verbesserung, da so mehr Bäume erhalten werden könnten.
Zur Ausschusssitzung waren viele Anwohner gekommen und machten dort ihrem Ärger Luft. Sie klagten über Feuchtigkeitsschäden in den Objekten nach vergangenen Bauarbeiten in der Wohnsiedlung. Viele Leute haben nun Angst, dass sich bestehende Probleme weiter verschärfen könnten. „Unsere Grundstücke saufen regelmäßig ab“, sagte ein Anwohner. Auch Anwohner Oliver Scholz äußerte Sorgen darüber, dass Schäden an den denkmalgeschützten Häusern entstehen könnten.
Untersuchungen geplant
Investor Dr. Mathias Kühne (Friesenpark GmbH) betonte, dass genaue Untersuchungen zum Gebiet erfolgten und der neue Vorschlag eine Möglichkeit sei, den Plan zu verbessern. Bürgermeister Gerhard Böhling versuchte sich als Schlichter und schlug vor, den Antrag zur Änderung des Bebauungsplans zunächst zurückzustellen. Erst sollten klärende Gespräche mit Politik, Anwohnern und der Friesenpark GmbH geführt werden.
Im Ausschuss sprachen sich schließlich alle Mitglieder dafür aus, die Vorlage der Verwaltung zum Änderungsplan zunächst zurückzuziehen. In der nächsten Zeit soll dann ein klärendes Gespräch mit den Betroffenen folgen.
