Schortens - Dass hier in nur einer Woche wieder Kinder unterrichtet werden sollen, war bei einem Besuch in der Grundschule Schortens an der Plaggestraße am Dienstag nur schwer vorstellbar. Doch irgendwie muss es funktionieren. „Und das wird es auch“, zeigte sich Schulleiter Tom Becker optimistisch.
In seiner Schule ist in den vergangenen fünf Wochen eine Menge passiert, und noch ist sie eine Baustelle. Denn die Sommerferien wurden dafür genutzt, die Schule endlich mit dem lang ersehnten WLAN auszustatten, Stichwort: Digitalisierung. Gesprochen wird davon seit vielen Jahren. Nun folgten den Ankündigungen Taten.
Als nächstes kommen die digitalen Tafeln
Um alle Räume in der Schule mit dem im Frühjahr an die Schule gelegten Glasfaseranschluss zu verbinden, waren aufwendige Arbeiten nötig. Es mussten Kernbohrungen durch unzählige Decken und Wände der großen Schule erledigt werden. Insgesamt haben die Elektriker dann neun Kilometer Kabel in dem gesamten Gebäude verlegt. Denn nicht nur die Internetverbindung der Schule soll nach den Ferien reibungslos klappen, sondern es mussten auch sämtliche Stromkabel in dem alten Gemäuer ausgetauscht werden. Wenn die Elektriker mit ihrer Arbeit fertig sind, könnte in der Schule mit interaktiven Schultafeln gearbeitet werden. Schulleiter Tom Becker hat acht solcher sogenannter Active Boards bestellt. Sie haben viele Vorteile gegenüber der herkömmlichen Tafel: Es können Bilder und Lehrfilme darauf gezeigt werden, und auch die unterschiedlichen Lineaturen und Kästchengrößen der verschiedenen Klassenstufen können eingestellt werden. Die Kinder können dann mit dem Finger auf der Tafel schreiben.
Wann die Boards ankommen, weiß Becker nicht. So lange werden er und seine Kollegen sich also weiter mit der guten alten grünen Tafel behelfen müssen. Oder sie nutzen ihre Tablets, mit denen sie schon jetzt die Inhalte aus den Schulbüchern und Arbeitsheften der Kinder via Beamer an die Wand werfen können.
Lüftungsanlagen in jedem Klassenraum
Und noch etwas, auf das alle Schulen seit Langem warten, ist nun ebenfalls angekommen: In den Klassenräumen im Erdgeschoss der Schule in Schortens hängen inzwischen enorme Lüftungsanlagen an den Stahlbetondecken. Auch für diese Arbeiten werden die Ferien genutzt.
Nachdem die Anlagen bereits im vergangenen Jahr bestellt und mit großer Verzögerung geliefert wurden, gab es in vielen Schulen Probleme mit der Statik. Denn die Anlagen wiegen 300 Kilogramm. Das können viele Decken gar nicht tragen.
Deshalb klafft in einem Klassenraum im Obergeschoss der Grundschule auch noch ein großes Loch. „Hier mussten Stahlträger eingesetzt werden, sonst hätte das niemals gehalten“, erklärt Schulleiter Becker. Wann die Anlage nun eingebaut wird, weiß er nicht: „Hoffentlich bald.“
In zwei weiteren kleineren Räumen hat er sich mit der Stadt auf mobile Lüftungsgeräte geeinigt. „Alles andere wäre unmöglich gewesen.“
Was dazu noch wichtig ist
Die Grundlage für die Digitalisierung der Grundschulen ist die Verfügbarkeit „schnellen Internets“ in den Klassenräumen. In den Grundschulen Oestringfelde und Jungfernbusch wurden die Anschlüsse an das Glasfaserkabelnetz nach Angaben der Stadt bereits in den Osterferien verlegt. In den Sommerferien sind nun die Schulen in Heidmühle, Glarum und Schortens dran. Bis zum Ende der Herbstferien soll die Infrastruktur auch in den Schulen in Sillenstede und Roffhausen geschaffen worden sein.
Insgesamt haben die sieben Schortenser Grundschulen bislang 44 interaktive digitale Tafeln bestellt. Der Liefertermin steht noch nicht fest, die ersten sollen aber im letzten Quartal dieses Jahres installiert werden. Im kommenden Jahr können dann weitere 23 Tafeln bestellt werden.
Außerdem soll an den Schulen nun nach und nach die Schulserverlösung „IServ“ eingeführt werden. Diese wird andernorts bereits für eine verbesserte Kommunikation und Organisation des Schulalltags genutzt.
