Schortens - Insgesamt drei Wochen im Jahr sind die Kindertagesstätten in Schortens geschlossen: in den Sommerferien, zwischen Weihnachten und Neujahr sowie am Tag nach Christi Himmelfahrt. Hinzu kommt ein Planungstag für Mitarbeiter in den Sommerferien.
Die Verwaltung wollte in Absprache mit den Kita-Leitungen zum Kindergartenjahr 2023/24 eine weitere Schließungswoche einführen, um den Betrieb trotz Personalknappheit planmäßig zu gewährleisten. Im Gegenzug hätten die Eltern den Kindergartenbeitrag nur für elf Monate zahlen müssen. Aber: Mit der Politik ist das nicht zu machen. Der Ausschuss für Schule, Jugend und Sport hat den Vorstoß abgelehnt.
Die Eltern seien nicht glücklich mit dem Vorschlag, erklärte Henrik Bentama als Stadtelternvertreter: „Man sollte nicht nur die Erwachsenen im Blick haben, sondern vor allem die Kinder. Es kann für das Kind sehr anstrengend sein, wenn man eine Woche mehr frei hat, die Eltern aber arbeiten müssen – mit allen Konsequenzen, die das hat.“
Problem: Neues Gesetz
Sandra Wessels (CDU) hatte zuvor erklärt, eine zusätzliche freie Woche werde das Problem nicht lösen. Hintergrund ist nämlich das neue Kindertagesstättengesetz, das vorschreibt, dass stets eine Erzieherin oder ein Erzieher in der Gruppe anwesend sein muss.
Bisher war es möglich, dass zum Beispiel bei geringer Anzahl von Kindern Sozialassistenten die Betreuung übernehmen. Das Gesetz soll die Qualität der Betreuung anheben; allerdings war es in so kurzer Zeit beschlossen und umgesetzt worden, dass die Einrichtungen darauf nicht vorbereitet waren.
Gruppen schließen
Somit fehlen jetzt überall Erzieher und Erzieherinnen. Folge: Kann der Anspruch nicht sichergestellt werden, muss eine Gruppe geschlossen werden, was schon vorgekommen ist.
Pascal Reents (FDP) sprach sich für eine weitere Schließungswoche aus: „Besser im Voraus geplant, als immer mal wieder spontane Ausfälle.“
Ingbert Grimpe (Grüne) meinte, eine zusätzliche Woche mache den Beruf nicht attraktiver. Der Plan könne nach hinten losgehen. Die Verwaltung muss nun nach einer anderen Lösung suchen.
