Schortens - Den Jugendlichen liegt ihre Stadt am Herzen – doch sie bietet zu wenig für sie. Sie fühlen sich nicht genug unterstützt. Das machten die jungen Leute am Dienstagabend beim ersten Jugendforum auf dem Skaterplatz „Hohe Gast“ deutlich. Ziel des Treffens war es, Ideen zu entwickeln, um die Stadt jugendgerechter zu machen und Politikern zu zeigen, was sich die Jugendlichen wirklich wünschen. Im Dialog mit Vertretern der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung äußerten sich die Teenager zu ihren Belangen.
Den jungen Erwachsenen fehlt es vor allem an weiteren Orten, an denen sie sich ungestört treffen können – ohne dass sich Anwohner oder Spaziergänger beschweren. Auch vermissen sie bezahlbaren Wohnraum, ebenso wie die Chance, sich mehr an Entscheidungen, die sie betreffen, zu beteiligen. Die Jugendlichen hätten gern ein eigenes Budget, mit dem sie Dinge selbst verwirklichen können. Sandra Gudehus, Organisatorin des Jugendforums und Leiterin des „Pferdestalls“, erklärte, dass dafür am Dienstag bereits 5000 Euro „andiskutiert“ worden seien.
Eine weitere Idee der Teenager ist, sogenannte Stadtteilsprecher ins Leben zu rufen. Hiermit sollen die Belange der Jugendlichen aus allen Stadtteilen ausreichend berücksichtigt werden. Dazu, diese Aufgabe zu übernehmen, hat sich Toni Riedl (19) aus Oestringfelde bereit erklärt. Riedl sagte: „Ich will mich komplett dafür einsetzen und ich habe auch die Zeit dafür.“ Ohnehin sei Riedl „der Gruppenpapa“ und fungiere öfter als Schlichter.
Auch die mangelnde Sicherheit am Skaterplatz ist den Jugendlichen ein Dorn im Auge. „Die Halfpipe ist sehr glatt, da kann man schnell mal hinfallen, insbesondere wenn es geregnet hat und das Wasser die Bahn aufweicht“, beschrieb Skater Nico Schlömer das hohe Unfallrisiko. Die Jugendlichen wünschen sich neue Elemente, Licht auf der Anlage sowie mehr Tische und Bänke.
Ein positives Fazit zogen die Jugendlichen nach den Gesprächen am Dienstagabend: Es sei gut, dass sich die Politiker die Zeit dafür nähmen, erklärten die jungen Erwachsenen. Sie kritisierten allerdings, dass nicht mehr Jugendliche am Forum teilgenommen hätten, es seien „die üblichen Verdächtigen“ gekommen.
Die Politiker jedenfalls zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen des Jugendforums. Die Teilnehmer hätten „tüchtig was erarbeitet“, sagte Bürgermeister Gerhard Böhling. Wichtig sei es nun jedoch, dass Veränderungen schnell erfolgten, so Böhling.Sandra Gudehus wird die Anregungen der Jugendlichen nun in der übernächsten Sitzung des Jugendausschusses am Donnerstag, 23. September, präsentieren und über die mögliche Umsetzung diskutieren.
