Schortens/Wilhelmshaven - Für Isis von Puttkamer waren zwei Dinge von besonderer Bedeutung: ihre Familie und das Deutsche Rote Kreuz. Bei beiden hinterlässt sie eine nicht zu füllende Lücke. Am vergangenen Sonntag, 12. Juni, ist Isis von Puttkamer im Alter von 88 Jahren gestorben.

Isis von Puttkamer kam 1934 in Pommern zur Welt, flüchtete im November 1945 mit ihren Eltern und ihren vier Geschwistern. Die schlimme Zeit der Flucht und Vertreibung hat sie geprägt – aber auch den Grundstein für ihr intensives Engagement beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) gelegt. Die Familie erhielt Hilfe von der Organisation, voller Dankbarkeit fasste das Mädchen Isis damals den Entschluss, ehrenamtlich mitzuhelfen, sah die Haube der Rot-Kreuz-Schwestern immer als Symbol der Nächstenliebe.

1951 trat sie dem DRK bei, ihr Engagement ging fortan weit über das Mithelfen hinaus. Zunächst arbeitete sie als Helferin im Sanitäts- und Sozialdienst im Kreisverband Plön, später war sie in Bad Ems und Kiel aktiv, übernahm erste Aufgaben als Führungskraft im Katastrophenschutz. 1967 ließ sie sich zur Ausbilderin fortbilden, leitete seitdem in jedem Jahr Kurse in Erster Hilfe und im Sanitätsbereich.

Gemeinsam mit ihrer Familie zog sie nach Fedderwarden, wechselte in den DRK-Kreisverband Jeverland. 1971 wurde sie zur Leiterin der Frauenarbeit gewählt. In den 1990er-Jahren rief sie die Schulsanitätsausbildung am Mariengymnasium in Jever ins Leben. Eine Aufgabe, die ihr sehr am Herzen lag. Mit der Arbeit in den Ortsverbänden hörte ihr Engagement aber nicht auf: Im Landesverband Oldenburg war sie unter anderem Instruktorin, Landesbereitschaftsführerin und Vorstandsmitglied. Nebenbei war sie bis 1999 Mitglied in sechs Bundesverbandsausschüssen. In einem Nachruf, den das DRK am Donnerstag veröffentlicht hat, dankt die Organisation einer „Rotkreuz-Persönlichkeit, deren vorbildliches und uneigennütziges Wirken bereits 1977 durch die Verleihung des DRK-Ehrenabzeichens verbandsintern gewürdigt wurde.“

Dabei blieb es nicht: 1991 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht, 1999 die Henry-Dunant-Plakette. Für 60 Jahre Engagement im Roten Kreuz erhielt sie 2012 schließlich die DRK-Spange als weitere Auszeichnung. Ihr Kreisverband Jeverland ehrte sie auf besondere Weise: Die Isis-von-Puttkamer-Begegnungsstätte in Schortens wurde nach ihr, der Frau, die wie keine andere für das Rote Kreuz im Jeverland stand, benannt.

Mit 79 Jahren gab Isis von Puttkamer ihre Ämter beim DRK Jeverland ab. Als Ausbilderin leitete sie noch einen Erste-Hilfe-Kursus, war in der Nachbarschaftshilfe in Fedderwarden aktiv und besuchte noch viele Jahre mit ihrem Mann den Kirchenchor. Ihre Familie – ihr Mann und ihre vier Kinder – stand trotz aller Arbeit für Isis von Puttkamer immer an erster Stelle. Am Pfingstmontag durfte das Ehepaar noch gemeinsam das Fest der eisernen Hochzeit erleben.

Viele Weggefährten blicken nun ihrerseits voller Dankbarkeit auf die segensreiche Arbeit und das Lebenswerk der Wilhelmshavenerin zurück.