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Freizeit Sillensteder entwickeln Camping-App für Urlauber

Annette Muschalik

Sillenstede/Hamburg - Mindestens einmal im Monat machen sich Timo Lacinski und Rabea Bargsten auf den Weg von Hamburg nach Sillenstede. Die Besuche in der friesischen Heimat bei Familie und Freunden des 34-Jährigen gehören für sie fest zum Wohlfühlprogramm. Ihre Urlaube aber führen die beide durch ganz Europa und das am liebsten mit dem Campingbus der 32-Jährigen, die in Harsefeld aufgewachsen ist. Genau diese Leidenschaft hat das Paar nun auch zu Entwicklern einer App für Individualreisende gemacht.

Leidenschaft Camping

Rabea Bargsten wurde erst vor gut zwei Jahren mit dem „Campingvirus“ infiziert. „Ich habe mir 2018 einen „Bulli“ gemietet und bin damit allein durch Norwegen gereist. Ein absolut schönes und prägendes Erlebnis für mich.“ Wieder zu Hause kaufte sie sich einen eigenen Bus und baute diesen mit ihrem Lebensgefährten aus. Lacinski selbst ist mit Eltern und Bruder von klein auf mit dem Zelt und später mit dem Wohnmobil auf Reisen gegangen und auch heute, ob mit Fahrrad oder Roller, ist das Zelt immer mit dabei - wenn er nicht im Campingbus unterwegs ist.

„Es ist einfach schön, jeden Tag neu entscheiden zu können, wo man aufwachen möchte und der Natur dabei so nah zu sein“, beschreibt Rabea Bargsten, warum sie sich keinen anderen Urlaub mehr vorstellen kann. Dass diese Reisen umso schöner sind, wenn man sich mit Gleichgesinnten zu gemeinsamen Aktivitäten trifft, hat sie auf ihrer Reise durch Norwegen schnell festgestellt.

App soll verbinden

Dafür die nötigen Kontakte zu knüpfen, ist ihr allerdings nicht leicht gefallen. „Da hätte ich mir ein soziales Netzwerk gewünscht, das eine zielgenaue Kontaktaufnahme erleichtert.“

„Hinzu kommt“, so Lacinski, „dass Urlaube leider nicht unendlich sind und viele Individualreisende von Ort zu Ort ziehen und gar nicht die Zeit haben, lange nach Mitstreitern zu suchen“.

Da sich im Netz nichts Passendes fand, entschied sich Rabea Bargsten schließlich, selber eine entsprechende App zu konzipieren. “Timo und ich haben uns 2018 auch über eine App kennengelernt. Ohne diese wären wir buchstäblich immer aneinander vorbeigefahren.“ Damit dies Campern, Backpackern und anderen Individualreisenden in Zukunft nicht mehr passiert, haben beide inzwischen „Camp‘ n’ Connect“ entwickelt. Nicht einfach so, sondern die Personalreferentin und der Industriemechaniker haben viel Zeit und Arbeit in das Projekt gesteckt. Das Webdesign entwickelte schließlich eine Freundin und beide fanden sogar einen Entwickler, der selbst Camper ist.

Herzstück von Camp’ n’ Connect ist die Umgebungssuche, mit der schnell ersichtlich ist, welche Nutzer sich gerade in der Nähe befinden und ebenfalls Lust auf gemeinsame Aktivitäten haben. Und wer zu Hause ratlos vor dem Ausbau eines eigenen Campingbusses steht, kann hier auch erfahrene Bastler in der Nähe finden.

Wichtig ist den beiden Start-up-Unternehmern die Sicherheit, deshalb wird immer nur der Umkreis sichtbar sein, indem sich ein Nutzer aufhält, niemals aber der genaue Standort. „Und wenn nötig, können Kontakte natürlich auch blockiert werde“, so Bargsten.

Finanzierung

Die App soll den Nutzern kostenlos zur Verfügung stehen, denn beide sehen sie als Angebot von Campern für Camper. Deshalb haben Bargsten und Lacinski für die Finanzierung der Markteinführung auf ein Crowdfunding gesetzt.

Auf die Frage, was sie machen, wenn das Crowdfundingziel nicht erreicht wird, zeigen sie sich kämpferisch. „Wenn es nicht klappt, werden wir einen anderen Weg suchen, denn diese App ist ein echtes Herzensprojekt für uns.“

Zukunft in Friesland

Und wenn bei Camp’ n’ Connect dann hoffentlich ab März die „Drähte glühen“, wartet schon der nächste Traum der beiden Gründer auf seine Realisierung. „Es gibt in Friesland so schöne frei stehende alte Bauernhöfe – so einen würde ich gerne kaufen und dann muss ich Timo nur noch davon überzeugen, dass wir dort einen eigenen kleinen Campingplatz eröffnen“, verrät Rabea Bargsten ihren Plan für die Zukunft und dem Grinsen ihres Lebensgefährten zu folge, stehen die Chancen auch für dieses Projekt nicht schlecht.

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