SILLENSTEDE - Sie kamen mit strammem Schritt in Kettenhemden, mit mächtigen Helmen und Schwertern: 'Macht Platz', brüllte der Anführer unter den Kriegern, die am vergangenen Wochenende gleich mehrfach in Sillenstede einfielen. Ein gewaltiges Hauen und Stechen folgte, so mancher tapfere Recke lag am Ende ausgestreckt auf der Wiese. Zum Glück war das alles nur Show und die gerade noch Totgeglaubten sprangen kurz danach schon wieder auf der Wiese munter umher.

So lustig und unterhaltsam war es vor rund 850 Jahren nicht, denn das, was die örtlichen Astringer Strieder und einige befreundete Mittelaltergruppen kurz und knackig beim Dörpfest darstellten, war in Wirklichkeit der Höhepunkt und Abschluss einer 30-jährigen Fehde: Die Schlacht im Schakelhaver Moor, bei der letztlich die Oestringer den Sieg davon trugen, weil sie die gegnerischen Oldenburger, die auch sächsische Truppen zur Hilfe geholt hatten, ins Moor trieben.

Wer sich dafür interessierte, erfuhr allerhand Geschichtliches von Heino Albers, Heimatforscher aus Sillenstede, der beim mittelalterlichen Markt einen Stand hatte. Es gab Karten, die den Ort der Schlacht kennzeichneten, einem Landstrich bei Moorhausen, wo es auch eine Gedächtniskapelle gegeben hatte. Davon sind heute noch Funde erhalten, Albers hatte Dachpfannen dabei, die damals nur bei Sakralbauten verwendet wurden und auch geschmolzenes Glas, denn die Kapelle war Anfang des 16. Jahrhunderts niedergebrannt. Heute noch erhalten, ist aber die St.-Stephanus-Kirche in Schortens, deren Bau von den Oestringern im Falle des Sieges gelobt worden war.

Heino Albers hatte auch landwirtschaftliche Erzeugnisse dabei, wie verschiedene Arten von Urweizen und Bohnen, die damals sehr beliebt waren. Warum? Ganz einfach, ihnen konnte auch Salzwasser nichts anhaben.